Ayurveda im Parkschlösschen in Traben-Trarbach

25. Juli 2016

Eigentlich war ich auf der Suche nach einem veganen Luxushotel. Dabei wurde ich auf ein wild romantisches Herrenhaus weit im Westen der Republik aufmerksam: Das Ayurveda Parkschlösschen in Traben-Trarbach. Hier soll man vegan detoxen können. Vegan essen und dabei Entgiften, das gefiel mir. Also reiste ich in das 5-Sterne-Haus an der deutschen Mosel. Was ich dort in 3 Tagen lernte, ging weit über das hinaus, was ich mir vorgestellt hatte. Möglicherweise wird es mein Leben für immer komplett verändern.

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Das Ayurveda Parkschlösschen lebt die indische Lehre des Wissens vom Leben. „Ayur“ heißt Leben und „Veda“ bedeutet Wissen. „Beim Ayurveda geht es vor allem um Vorbeugung“, sagt Ayurveda-Mediziner Anura H. Chandrasekera, „doch der Ayurveda kann auch Krankheiten kontrollieren und heilen.“ Das hört sich vielversprechend an.

Bei den meisten Gästen, die ins Parkschlösschen kommen, ist das Leben irgendwie aus dem Gleichgewicht geraten: Magenbeschwerden, Gelenkprobleme, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Burn-Out. Die typischen Leiden einer von der Natur entfremdeten, industrialisierten Welt. Auch bei mir liest ein Arzt aus dem Parkschlösschen-Team meinen Puls und analysiert dabei in weniger als 3 Minuten meinen Konstituierungstyp, meinen Dosha. Diese Einordnung ist die Grundlage aller weiteren Behandlungen.

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Mit der tausendjährigen Weisheit der alten Inder sollen Chandrasekera und seine Kollegen wieder richten, was jahrzehntelange falsche Ernährung und mangelnde Bewegung aus dem Lot gebracht haben. Das Zauberwort heißt: Pachakarma-Kur. Eine tiefgreifende-Entgiftung mit Abführung, Ölspülungen und Schonkost. Schlacken ausscheiden, das System mit Rhizinusöl ausspülen und Gifte im Körper mit langen, therapeutischen Massagen lösen.

Ein Reset des gesamten Stoffwechsels.

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Drei Tage sind zu kurz dafür. Eigentlich schade. „Denn so schlimm, wie es sich anhört ist es gar nicht“, erzählt mit ein Mädchen, das wegen Magenbeschwerden im Ayurveda Parkschlösschen eingecheckt hat. Tatsächlich kommen Gäste aus aller Welt hierher. Ich spreche mit Damen aus dem Iran und aus Luxemburg. Sie alle sind sich einig: Sie würden es wieder tun. Dann kann es ja so schlimm wirklich nicht sein. Im Gegenteil. Die Iranerin ist 72 Jahre alt, ich hätte sie auf maximal 55 geschätzt. Sie macht nicht zum ersten Mal eine Ayurveda-Kur. Die Dame hat sich die Worte von Herrn Chandrasekera zu Herzen genommen:

„Vorbeugen ist besser als Heilen.“

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Zum Glück bin ich noch in der Phase der Vorbeugung. Mein Dosha ist Pitta-Vata. Meine gelegentlichen Verdauungsprobleme sind auf meinen Dosha zurückzuführen. Vata hat das Element Luft und diese „bläst das Verdauungsfeuer aus“. Daher sollte ich auf scharfe Gewürze wie Chilis verzichten. Nach dem Essen soll ich nun immer eine Kurkuma-Kapsel nehmen. Kurkuma ist „das Antibiotika des Ayurveda“ – rein natürlich, versteht sich. Die Gelbwurz hat allerlei heilende Wirkungen und hilft glücklicherweise auch bei der Verdauung. Außerdem soll ich zu jeder Mahlzeit warm essen, das ist leichter verdaulich. Wie ich das zuhause machen soll, weiß ich noch nicht. Hier im Hotel gibt es morgens warme Reisflocken, mit Zimt weihnachtlich gewürzt und abgerundet mit eingekochtem Obst. Schonkost für die Kurgäste, deren Verdauungsfeuer auch nach der Behandlung erst langsam wieder aufflackern.

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Mein Tagesablauf im Parkschlösschen ist gut durchorganisiert. Jeder Gast bekommt abends sein Tagesprogramm für den nächsten Tag an die Hand. 8 Uhr morgens dynamisches Yoga, dann Frühstück, danach Arztgespräche und Vorträge, dann ist schon Zeit für das Mittagsmenü. Vier Gänge, denn gemäß dem Ayurveda ist mittags die Hauptmahlzeit. Für mich ungewohnt: Das Erdbeer-Tiramisu serviert man zuerst. Denn die süße Nachspeise ist am schwersten verdaulich, daher kommt sie zuerst.

Am Nachmittag stehen entgiftende Behandlungen auf dem Programm, mit Ölen, die eigens auf meine individuelle Konstitution abgestimmt werden. Sesamöl ist überall, als mich bei der Vishesh-Massage zwei Therapeutinnen gleichzeitig massieren. Ein bisschen fühlt sich die Synchron-Massage an, als ob man am Strand liegt, und von allen Seiten gleichzeitig leichte Wellen auf die Haut rollen. So kann man den Tag verbringen! Nun noch etwas die Sonne genießen, dann ist schon wieder Zeit für das Abendessen.

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Kochen spielt eine große Rolle im Ayurveda. Hier gilt nicht nur „du bist was du isst“, sondern auch „du bist, was du verdauen kannst“. Daher legt man auch außerhalb einer Panchakarma-Kur großen Wert auf die richtige Ernährung für die verschiedenen Konstituierungstypen. Allen gemeinsam ist der Verzicht auf alles, was nicht natürlich ist. Industriell verarbeitete Nahrung stört nicht nur die Verdauung, sondern den gesamten Stoffwechsel im Körper und schädigt dadurch die Zellen, was wiederum Krankheiten auslösen kann.

Einmal in der Woche gibt es im Ayurveda Parkschlösschen einen Kochworkshop. Das ist zum einen eine angenehme Abwechslung im Kuralltag, zum anderen will man den Teilnehmern die Lust auf frische, bunte Zutaten machen. Unter der Anleitung von Parkschlösschen-Koch Sascha Weber erkochen wir uns ein buntes drei Gänge-Menü, bestehend aus Apfel-Tarte, Minestrone, und Rote-Beete-Risotto an Brokkoli-Salat mit Mango-Chutney. Lecker! Die Ayurveda Küche muss also nicht unbedingt indisch sein. Jeder kann sie zuhause auch mit regionalen Zutaten für sich entdecken. Es geht eher um die Kombination von Speisen und Gewürzen, die sich positiv auf den Körper auswirken, denn

„Nahrung ist Medizin“.

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Das ist eine der wichtigsten Lehren aus meinen drei Tagen im Ayurveda Parkschlösschen. Zuhause werde ich noch mehr darauf achten, noch mehr frisches Gemüse und Kräuter zu verwenden als ich es ohnehin schon tue, denn sie alle wirken auf unseren Organismus. Ernährung ist zwar ein großer Teil, doch nicht alles im Ayurveda. Bewegung, Zeit zur Selbstfindung und in der Natur sowie Einstellungen gegenüber dem Leben spielen ebenfalls eine zentrale Rolle. Es gibt viel, das man im Leben mit Ayurveda beeinflussen kann, denn es ist ein komplexes Ordnungssystem für das ganze Leben. Doch alle großen Veränderungen beginnen mit kleinen Schritten. Ich mache mir zuhause erst einmal einen Kardamon-Fenchel Tee.

Ayurveda Parkschlösschen
Wildbadstraße 201, 56841 Traben-Trarbach

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2 Kommentare

  • Antworten Brigitte 26. April 2016 at 13:23

    Liebe Katharina,

    tolle Fotos und ein total spannender Bericht über das Parkschlösschen! Ich würde dort am liebsten sofort eine Kur machen und fit für den Sommer werden!
    Lg, Brigitte

  • Antworten Margret Hund 29. April 2016 at 20:54

    Liebe Katharina,
    ein richtig guter Bericht mit sehr schönen Fotos vom Parkschlösschen! Es war wohl nicht nur für mich sondern auch für Dich eine sehr wertvolle Erfahrung dort. Die Therapien, das köstliche Gourmet-Essen, die entspannte Atmosphäre im ganzen Haus mit dem liebvollen Service, die Yogastunden morgens und abends usw. ließen mich sehr schnell „runterkommen“ und zu mir selbst finden.
    Und es war sehr lustig mit Dir im Kochkurs!!!
    Liebe Grüße, Margret

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