Bora Bora, Polynesien

31. August 2011
Bora Bora

Vor uns strotzt der Mount Pahia in der Morgendämmerung als wir in das Atoll von Bora Bora einfahren. MS Astor gleitet sanft über den Kratersee. Bora Bora sieht so aus, als hätte es einen zentralen Berg, aber in Wahrheit ist dies nicht die Spitze des einstigen Vulkans, sondern ein Stück Kraterrand. Nun besteht die Insel aus Kraterstücken und vorgelagerten kleinen Inseln, den Motus. Wir passieren zuerst das Motu Toopua.

Die Hauptstadt Vaitape liegt verschlafen am Hang des grünen Berges mit seiner majestätischen Felswand. Als wir mit Tenderbooten den kleinen Hafen erreichen, werben Einheimische mit Inselfahrten, Jeep Safaris und Strandtransfer. Hier in der Südsee kostet eine Inselfahrt für zwei Stunden 30 Dollar pro Person. Wir steigen stattdessen in einen kleinen, offenen Bus und lassen uns für fünf Dollar zum Matira Beach bringen, obwohl wir kein Schwimmzeug dabei haben.

Bora Bora

Belohnt werden wir mit türkisfarbenem Wasser, weißem Sand und hellblauem Himmel. Ein Bild aus dem Reisekatalog, so wie wir uns die Südsee erträumt haben. In Unterwäsche lassen wir uns in das seichte Wasser platschen, das unter der tropischen Sonne eine erfrischende Abkühlung ist. Das Wasser glitzert glasklar unter uns, so dass wir ein paar kleine Fische und viele tote Korallenreste erkennen können. In der Ferne branden heftige Wellen auf das Riff, aber in der Lagune fühlen wir uns wie in einer Badewanne.

Nachdem wir ein paar winzige Fische erahnen konnten, wollen wir am Nachmittag größere sehen. Diesmal ausgestattet mit Schwimmkleidung, Badeschuhen und Schnorchelausrüstung fahren wir mit einem Katamaran in die Lagune um mit Rochen zu tauchen. Ein einmaliges Erlebnis, diese eleganten Tiere in ihrem Element zu entdecken. Der Tourguide, der schon seit zehn Jahren mit den Stachelrochen arbeitet, lässt sich sogar Küsschen geben. Er hat die Tiere so konditioniert, dass sie sich erst ein Küsschen abholen und dann ein Fisch ins Maul geschoben bekommen. Und in den 20 Jahren, in denen die Touren überhaupt stattfinden, seien noch keine größeren Unfälle passiert. Allerdings sagt er, dass man durchaus Striemen von dem sandpapierartigen Schwanz der Rochen bekommen könne. Und später hören wir aus einem anderen Boot, dass jemand von einem Rochen in den Finger und in die Brust gebissen wurde. Wir wissen allerdings nicht, wie sich derjenige jeweils verhalten hat. Uns sind die Tiere behutsam begegnet.

Bora Bora

Als wir Vaitape verlassen, eröffnet sich uns ein atemberaubender Blick auf die Bucht hinter uns. Der 661 Meter hohe Mount Pahia strahlt in saftigem moosgrün, seine kahlen, steilen Felswände strotzen erhaben gen Himmel. Sein kantiges Antlitz definiert die Silhouette des Landstreifens. Über dem Berg schwebt eine kleine Wolke, als warte sie auf Erlaubnis zum Weiterflug. Unser Boot entfernt sich immer mehr, der Hausberg von Vaitape tritt in den Hintergrund. Vor uns liegt das Motu Toopua mit seinen Palmenhainen inmitten der Lagune. Das Meer glitzert königsblau und türkisgrün. Auf Bora Bora malt die Natur die schönsten Bilder. Ihre Leinwand ist der Horizont, ihr Pinsel das Licht und ihre Farben sind Land und Meer in allen Schattierungen.

Bora Bora

Uns umgibt eine Komposition aus fruchtigem Grün und frischem Blau, verziert mit strahlend weißen Wolkentupfen. Wenn jemand uns vorher erzählt hat, er oder sie kennt die ganze Welt und Bora Bora sei das Schönste – wir hätten es nicht auf Anhieb geglaubt oder gedacht, es ist zwar schön, aber so schön – na ja. Aber jetzt wissen wir: Es stimmt. Allein vom Anblick der Lagune in der Komposition der Farben bekommen wir Gänsehaut. Schier unglaublich, wenn dies allein vom Anblick einer Landschaft geschieht. Es heißt, Bora Bora sei einer der schönsten Orte auf der Welt. Ein Paradies auf Erden. Es stimmt. Bora Bora ist wahrlich die „Perle des Pazifik“. Hier wollen wir bleiben.

Bora Bora

Bora Bora. Wohl keine andere Insel steht mehr für den Traum von Südsee, weißem Sandstrand und türkisfarbenen Wasser. Bora Bora gilt als die schönste Insel der Welt. Und was die Lagune betrifft, können wir das nur bestätigen. Vor sieben Millionen Jahren – das ist geologisch gesehen sehr jung – ist Bora Bora als Vulkaninsel entstanden. Um diese haben sich später Korallenriffe gebildet. Diese ziehen sich wie weiße Bänder um die Insel und bestimmen das Aussehen des Atolls. In der Mitte liegt der 727 Meter hohe Vulkankraterrand Otemanu. Wohl keine andere Insel sieht aus der Luft so spektakulär aus. Für James Cook war Bora Bora die „Perle des Pazifiks“.

Bora Bora

Sie liegt 240 Kilometer entfernt von Tahiti und hat derzeit gut 9.000 Einwohner, der Hauptort ist Vaitape. Größe der Insel: Neun Kilometer lang und vier Kilometer breit, eine Inselrundfahrt ist 32 Kilometer lang. Früher gab es hier viele Marae, ab 1822 kamen britische Missionare. Nach und nach verschwanden dann die alte Religion und auch die alten Stätten. Im 2. Weltkrieg diente Bora Bora als Stützpunkt für 5.000 amerikanische Soldaten, die die Salomonen zurückerobern sollten. In den 70er Jahren entdeckten die Amerika die Insel wieder, und zwar für den Tourismus. Nachdem immer mehr Luxushotels entstanden sind und die Preise immer weiter stiegen, stehen im frühen 21. Jahrhundert immer häufiger Hotels leer. Bora Bora ist zu teuer geworden, viele Touristen bevorzugen eher die günstige Alternative auf Fidschi oder Samoa. Der Schönheit Bora Boras tut dies aber keinem Abbruch, im Gegenteil. Wer sich es leisten kann, mietet sich einer der Bungalows direkt an/in der Lagune, die scheinbar so aussehen wie ein traditionelles Palmendach-Häuschen, aber Luxushütten mit Verglasung sind.

Weiter geht es mit der schwarzen Perle Tahiti.
Direkt zum ersten Artikel unserer Weltreise mit MS Astor geht es hier.

Alle Videos von unserer Weltreise mit MS Astor findet ihr im ReiseWorld Youtube-Kanal.

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