Bounty Insel auf Fidschi

2. September 2011
Bounty Insel

Wir bleiben auf Fidschi und legen im Süden in Lautoka, Viti Levu, an. Lautoka ist mit 45.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt der Fidschi-Inseln und Zentrum der Zuckerrohrindustrie. MS Astor liegt im Containerhafen neben Silos, Lastwagen und Frachtschiffen. Wir spüren, dass Winterzeit auf Fidschi Regenzeit ist. Denn es prasselt auf uns und unser Schiff nieder. Aber wenigstens ist es lauwarm.

Schildkröte

Heute ist für uns ein Badetag auf der kleinen vorgelagerten Insel Kadavulailai, auch genannt Bounty-Insel, eingeplant. Der verheißungsvolle Name verspricht türkisblaues Meer und weiße Sandstrände. 80 Sonnenhungrige hatten sich für diesen Ausflug angemeldet, nur 11 steigen letztlich in den Katamaran ein, der uns in das Beach Resort bringen soll. Zum Glück ist der Katamaran völlig glasverkleidet und wir bleiben während der Fahrt trocken. Aber allein von den zwei Metern vom Bus in den Katamaran sind wir schon klitsch-nass. Das ist selbst für Fidschi nicht normal, versichern uns die Einheimischen.

Im Katamaran sehen wir durch die Fensterscheiben nur grauen Himmel und graues Meer – bis sich direkt vor uns nach 40-minütiger Fahrt dunkelgrau die Silhouette eines winzigen Eilandes abzeichnet. Doch der Katamaran kann wegen des Wellengangs und seines Tiefgangs nicht näher an die Insel heran. Wir müssen tendern – mit einem kleinen Motorboot, das nicht gerade vertrauenserweckend aussieht. Vorsichtig holpern wir in das Gefährt – und sehen: Es ist sogar ein Glasbodenboot! Auf der vermoosten Scheibe in der Mitte schwimmt fünf Zentimeter Wasser, aber das Glas bietet immerhin eine Durchsicht auf den Korallenboden.

Strand Bounty Insel

Angelandet verbringen wir die nächsten Stunden In einem schummerigen Strandhotel-Resort, sitzen auf der Veranda, eingemummelt in Handtücher, während die Tropfen auf das Dach mal rieseln und uns vom Wind alle paar Minuten ins Gesicht geweht werden. Verordnete Ruhe und Entspannung am Regenstrand. Letztens auf Samoa war es auch erst sehr regnerisch und am Strand wurde es plötzlich sonnig. Diesmal haben wir Pech. Ganz allgemein ist die Insel recht schön und das Wasser türkis. Aber, das wird uns hier so bewusst, kann graues Wetter den noch so schönsten Ort sofort im wahrsten Sinne eintrüben. Die See schlägt rau gegen das Eiland, alternativ könnten wir auch noch in einem kleinen Pool schwimmen gehen. Aber in unserem bereits nassen Zustand ist uns irgendwie nicht gerade nach Schwimmen. Eine Gruppe junger Frauen aus Australien sieht das lockerer, sie machen hier „festen“ Urlaub auf dem Hotel-Resort. Selbst wenn hier schönes Wetter ist – das würde wir eher nicht machen. Ein paar Meter weiter den Strand entlang sammeln sich Algen, Plastikflaschen und undefinierbarer Müll an. Jetzt wo die Brandung so stark ist, kommt da besonders viel zusammen. Erst als wir wieder die Insel verlassen, sind einzelne Schatten am Boden zu erkennen – das heißt, dass hinter den Wolken ein bisschen Sonne kommt. Zur Rückfahrt müssen wir einmal auf die andere Seite der Insel gehen – mitten durch einen Mini-Urwald.

Bounty Insel

Thomas’ Logbuch: Das Mückenschutzmittel haben wir an diesem Tag gar nicht erst aufgetragen. Der Regen würde es ohnehin wegwischen. Und direkt am Strand sind häufig auch keine Mücken. Tja, aber jetzt müssen wir kurz durch diesen Mini-Wald. Augen zu und durch. Pustekuchen. Auf der anderen Seite angekommen juckt mein Handgelenk auf der Oberseite. Sieht so aus wie ein kleiner Biss. Na toll, ich reagiere häufig sehr stark auf Insektenstiche. So schnell kann das gehen…

Bounty Insel

Und nun wartet auch schon wieder unser klappriges Tenderboot auf uns – das uns sicher zu unserem tollen ruhig fahrenden Katamaran… nein. Denkste. Dass uns zu einem etwas größerem Motorboot bringt. Die örtliche Tourismusagentur hat sich wohl gesagt: Für die paar Leute lohnt sich der riesige Katamaran nicht, da reicht ein kleineres Boot. Zähneknirschend steigen wir ein. Der Fahrer findet den heutigen Wellengang sehr spaßig und gibt ordentlich Gas. Folge: Das Boot klatscht immer wieder hart auf die Wellen auf. Einigen Mitreisenden wird schon übel. Wir sind mittlerweile aber sehr seefest, wie wir feststellen. Für uns ist das Ganze sehr unangenehm, aber uns wird nicht übel. Wir hatten vor unserer Ankunft viel Gutes über die Fidschis Natur gehört, etwa dass die Strände mit denen der übrigen Südsee mithalten können. Doch uns wird die Insel Viti Levu nur als graue Kulisse in Erinnerung bleiben. So stark können erste Eindrücke von der jeweiligen Situation und des jeweiligen Wetters abhängig sein – und vom Ausschnitt, den man von einem Ort gesehen hat.

Steuern wir auf einen großen Sturm zu? Lest mehr im nächsten Artikel der Serie „Weltreise mit dem Kreuzfahrtschiff“.
Direkt zum ersten Artikel unserer Weltreise mit MS Astor geht es hier.

Alle Videos von unserer Weltreise mit MS Astor findet ihr im ReiseWorld Youtube-Kanal.

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