DFDS Seaways, mit der King Princess nach Newcastle

14. September 2014

Das nordenglische Newcastle gilt mehr noch als London als Ziel für Nachtschwärmer, für Hen Parties und das männliche Gegenstück, die Junggesellenabschiede. Aus der Kohle, Stahl und Werften-Arbeiterstadt wurde eine Kultur-, Shopping- und Feiermetropole. Ein Weg nach Newcastle, der auch die Anreise schon zum Amusement macht, führt mit der Nachtfähre von Amsterdam über die Nordsee.

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Die Gesellschaft DFDS Seaways bezeichnet ihre Verbindung Amsterdam Newcastle mal als Schottland-Fähre, mal als Minikreuzfahrt nach England, mal als Fahrt zur Perle Nordenglands. Keine Frage, große Schiffe wollen gefüllt werden, da sucht man nach Argumenten. Aber ist eine Fähre wirklich mehr als nur ein Transportmittel?

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King Seaways und Princess Seaways heißen die Schwesternschiffe, die auf dieser Route eingesetzt werden. Mitte der 1980er Jahre gebaut und seitdem mehrmals modernisiert. Wir fahren mit der King; das Schiff macht einen soliden, sicheren Eindruck. Gebucht wurde die Minikreuzfahrt, eine Nacht hin, ein halber Tag vor Ort, die zweite Nacht zurück.

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Neben den einfachen Kabinen gibt es die größeren Premium Commodore und Commodore Deluxe Unterkünfte – beide vom Platzangebot größer als viele Zimmer in Vier-Sterne-Hotels in Venedig. Den Standard der Premium Commodore Unterkunft würde man in Italien oder Spanien vielleicht mit drei Sternen bewerten. TV, ausreichend Stromanschlüsse, ein kleiner Schreibtisch, eine gefüllte Minibar, die im Fahrpreis inbegriffen ist, sehr gute Betten mit hochwertigen Matratzen. Wir hatten nichts zu beanstanden.

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Auf der King Seaways bieten vier unterschiedliche Restaurants eine große Auswahl an Speisen. Das Spektrum reicht von einfachen, preiswerten Snacks bis zu hochpreisigen Steaks und einem à la carte Restaurant mit französischer Küche. Im Buffet Restaurant ist eine Vielfalt an Fisch, Fleisch, Gemüse, Salaten, Dips und Desserts zu finden. Ein spezielles, tiefer gelegtes Kinderbuffet wird auch von vielen Erwachsenen angesteuert, erlaubterweise. Wir fanden das im Preismittelfeld liegende, italienische Restaurant besonders lecker mit seinen ausgefallen Pizza-Kreationen. Auch zum Frühstück gibt es die Auswahl zwischen einer rustikalen Kleinigkeit und einem großen Buffet.

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Nach dem Essen versammeln sich die Gäste an der frischen Luft in der Mermaid Bar auf dem höchsten Deck, im Club oder an der Bar, lauschen Live-Musik oder Techno-Sound, tanzen oder spielen im kleinen Casino Roulette oder Black Jack. Die Reederei versucht, auf kleiner Fläche möglichst unterschiedliche Unterhaltungsinteressen zu befriedigen. Zwei Kinos, Spielgeräte für Kinder, ein Shop – mit gelegentlicher Whisky-Verkostung, sehr empfehlenswert, weil hier richtige Kracher der Malt-Szene probiert werden können – runden das Angebot ab. Die Sonnenuntergänge vom Oberdeck sollte man auf gar keinen Fall verpassen.

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Naturliebhaber sind eingeladen, von einer Observations-Station auf dem Vorderschiff nach Walen und Delfinen Ausschau zu halten – nahe Newcastle werden regelmäßig auch Meeressäuger gesichtet. Wildlife Officer Sara Frost, ein Crew-Mitglied, erläutert fachkundig auch die Seevogel-Welt.

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Mit solchen Aktionen wird das Bemühen von DFDS Seaways sichtbar, eine andere Art der Fährverbindung zu schaffen, die irgendwo in der Mitte liegt zwischen dem schlichten Personen- und Fahrzeug Transport und den Mini-Cruises wie sie auch von reinen Kreuzfahrtreedereien– aber auf einem anderen Niveau – angeboten werden.

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Am Ziel dieser Reise erwartet uns Newcastle, eine Stadt, die gerade versucht, ihre Zukunft zu bestimmen. An der wohlhabenden Quayside am River Tyne stehen imposante Brücken, das futuristische Kulturzentrum Sage Gateshead – erbaut von Sir Norman Foster – oder das Kunstzentrum The Baltic. In der Altstadt locken Einkaufszentren – es seien die besten außerhalb Londons auf der Insel – und Kunstgalerien. Tagsüber. Sobald der Abend anbricht übernehmen die Party People die Szene und selbst die Stadtverwaltung gibt mittlerweile zu, das ist es, wofür Newcastle mittlerweile berühmt ist.

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Die Römer sind vor 2000 Jahren bis Newcastle gekommen und hatten beschlossen, weiter nördlich sei nichts zu holen und es sei außerdem gefährlich. Später wurde Newcastle die Kohlestadt der Insel und anschließend mit dem Niedergang der Schwerindustrie zum Armenhaus. Davon befreit sich die Stadt gerade.

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Nach gut sechs Stunden wohl organisiertem Aufenthalt – DFDS Seaways sorgt für die Transfers in die City und zurück zum Fährhafen – gehen wir wieder an Bord zur Fahrt Richtung Amsterdam. Die Fähre lädt viele Reisemobile und Motorradtouristen, die meisten kommen von Schottland-Trips. Mit einem Newcastle Brown Ale, dem typischen Bier der Gegend, wird der Abschied begossen – sowohl von den Mini-Kreuzfahrt-Teilnehmern als auch den Überfahrern.

Text/ Foto: mm, hm/ ReiseWorld

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