Mecklenburg-Vorpommern kreuz und quer mit der Enduro

28. Juli 2013

Als alter Motocrosser und Enduro-Freund war Thomas von der Geschichte sofort fasziniert: mit der Enduro quer durch Mecklenburg-Vorpommern. Dazu präsentieren wir hier einen Gastbeitrag von Michael Dietrich.

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Nach einer ziemlich langen Anfahrt kamen wir in Demern an unserem Standorthotel „Alter Gutshof“ an. Die meisten der rund 20 Teilnehmer waren natürlich schon da. Wir gesellten uns zu ihnen und genossen die heimische Küche. Beim zweiten Bier kamen wir gut ins Gespräch und es ergab sich eine sehr gesellige Runde.

Nach einer mehr oder weniger kurzen Nacht gab es ein sehr reichhaltiges Frühstück. So gestärkt ging es auf die Motorräder – für Quereinsteiger in die Endurowelt ist es gar nicht so einfach, auf eine Enduromaschine mit einer Sitzhöhe von über 95 cm aufzusteigen. Schon das Ankicken ist ungewohnt. Dabei stellte man (frau) schnell fest, dass Körpergröße und Masse nicht von Nachteil sind. Hut ab vor Jannet, die sich auch nach dem zehnten Mal noch nicht helfen lassen wollte und es dann allein geschafft hat. Bei einer kurzen Einweisung durch Burkhardt und Detlev bekamen alle recht schnell ein Gefühl für die Maschinen. Wir wurden in zwei Gruppen eingeteilt, in die erfahrenen Fahrer und die Quereinsteiger. Unser Guide Burkhardt führte uns langsam auf öffentlichen Wegen durch die schöne Landschaft des Biospärenparks Schaalsee.

 

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Das Biosphärenreservat Schaalsee liegt im Westen Mecklenburg-Vorpommerns an der Grenze zu Schleswig-Holstein. Von 1952 bis 1990 lagen weite Teile der Schaalseelandschaft im Sperrgebiet der innerdeutschen Grenze. Die staatlich verordnete Zwangsruhe prägte in der Zeit das Gebiet und die Natur gewann an Raum, sodass im Jahr 2000 dieses schützenswerte Gebiet als Biosphärenreservat ausgewiesen wurde. Auf der schleswig-holsteinischen Seite der Grenze schließt sich unmittelbar der 1961 gegründete Naturpark Lauenburgische Seen an.

Schnell lernten wir wie das Motorrad auf verschiedenen Untergründen reagiert (sandigem Untergrund, hart ausgetrocknete Feldwege mit Spurrillen oder matschige Waldwege). Während unserer ersten größeren Pause gab es Theorieunterricht über das Gewichtsverlagern beim Beschleunigen, das Lenken mit den Beinen und die richtige Haltung beim ‚im Stehen‘ fahren. Gleich wurde alles in die Praxis umgesetzt . Auf einem kleinen Waldrandstreifen stellte sich schnell heraus, das sich eine Africa Twin oder die F 650 von Monica auch im Gelände recht fix bewegen lassen. Weiter ging es Richtung Zarrentin, wo wir an der Tankstelle nicht nur Sprit, sondern auch die orginal Rote Kracker bekamen. Gut gesättigt ging es nun voller Tatendrang in eine Industriebrache. Auf dem Weg dorthin kamen wir über richtig tief ausgefahrene Sandwege. Hier zeigte uns Bettina wie ein richtiger guter Wheelie im Gelände aussieht!! Als wir diese riesige Spielwiese erreicht hatten gab es kein Halten mehr. Wir konnten uns nach Herzenslust austoben – ok, da wurde auch schon mal die Africa Twin eingegraben oder eine tt350 flachgelegt…

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Dann fuhren wir entlang des Schaalsees zurück Richtung unseres Hotels. Am Rande des Sees lud uns die schöne Aussicht zu einer kleinen Cappuchino – Pause ein. Auf der Fahrt durch die kleinen Dörfer wurden wir wie in die Vergangenheit zurück versetzt. Man kann noch sehr gut die alten Dorfkerne mit Fachwerkhäusern erkennen, leider verschandelt durch große LPG-Bauten am Rande der Ortschaften.

Nach einer kurzen Pause im Hotel fuhr ich mit Burkhardt noch eine kleine Runde über Carlow nach Rehna. Die Abendsonne verwandelte die Landschaft in eine traumhafte Fotokulisse.

Die im Herzen des Landkreises gelegene Stadt Rehna ist von Lübeck, Schwerin und der Ostseeküste jeweils etwa 25 Kilometer entfernt. Sie liegt beidseitig des Flusses Radegast – die Altstadt mit dem ehemaligen Nonnenkloster am linken Ufer. Die Umgebung Rehnas ist recht hügelig, nahe dem nordöstlichen Ortsteil Othenstorf werden 83 m ü. NN erreicht. Das Wappen Rhenas wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt und unter der Nr. 125 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

 

Frisch geduscht trafen wir den Rest der Truppe noch beim Nachtisch an, während wir uns dann den Braten schmecken liessen! In einer gemütlichen Runde wurden noch ein paar Endurofotos aus der Ardeche (Südfrankreich) gezeigt.

Am Sonntag morgen ging es nun zügig los in einem großen Bogen um Rehna. Burkhardt brachte uns an eine öffentliche Crossstrecke in einer riesigen Obstbaumwiese . Weiter ging es auf für den öffentlichen Verkehr frei gegebenen Radwegen durch wilde Natur. In einem weiteren öffentlichen Endurospielplatz trafen wir kurz auf die andere Gruppe. Im Verlauf des Tages stellte sich unser Guide Burkhardt als technische Koryphäe im Reparieren von Enduros heraus – aus seinem Werkzeuggürtel zauberte er drei Kupplungszüge! Weiter fuhren wir über schier endlose Alleen Richtung Gadebusch.

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Nach einer kleinen Runde durch die Stadt gingen wir Richtung Burg. Dort besichtigten wir das Heimatmuseum und genossen in einem Cafe die schöne Aussicht über den Burgsee . Auf dem Weg nach Möllin verzauberte uns das Lichtspiel zwischen den Bäumen in den Alleen! In Möllin besuchten wir das Rauchhaus, welches zu einem wunderschönen Heimatmuseum ausgebaut worden ist.

 

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Wieder in Demern angekommen, wurden erst einmal die Motorräder vom Schmutz befreit, hierzu steht am Hotel ein großer Hochdruckreiniger zur Verfügung. Bei einem letzten Kaffee auf der Sonnenterrasse vor dem Hotel endete dieses viel zu kurze Endurowochenende.

Fotos und Text: Michael Dietrich

Diese Reise kann man bei Endurofuntours buchen, im Angebot enthalten sind geführte Touren mit Guide an zwei oder drei Tagen, Übernachtung im Doppelzimmer, Frühstück und Dreigängemenü und technische Assistenz.

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