Fakarava, das ursprüngliche Südsee Paradies

31. August 2011

Schon um sieben Uhr in der Früh erreichen passiert MS Astor den Korallengürtel der Insel Fakarava. Langsam gleitet sie in das fast kreisrunde Atoll. Nur eine schmale Straße ist tief genug, damit das Schiff in die Lagune einfahren kann.  Das Eiland erstreckt sich vor uns  wie ein flacher Palmengürtel. Sie ist 60 Kilometer lang und an manchen Stellen nur 200 Meter breit und liegt in der Südsee wie eine Sichel. MS Astor wirft den Anker in der Lagune und die kleinen orangefarbenen Tenderboote bringen uns auf diese klassische Südseeinsel. Am Pier stehen Frauen, die Blumen verteilen. Die Hauptstraße besteht aus Betonplatten und an diesem Neujahrsmorgen nur von Kreuzfahrt-Touristen bevölkert.

Wo die Einheimischen sind weiß der, der genau hinhört. Man hört leise Stimmen, Chorgesang. Wer dem die Straße entlang folgt, erreicht nach ein paar Minuten die herrliche weiß-blaue Kirche. Die Bewohner Fakaravas feiern in dem Gotteshaus die Neujahrsmesse.  In der Kirche sind die Leuchter aus Muschelschalen, die Tür steht offen, so dass die tropische Luft hineinwehen kann. Ansonsten ist der Ort wie ausgestorben. Selbst der Supermarkt hat geschlossen. Kleine Häuser säumen die Straße, manche idyllische Orte des Lebens im Paradies, manche Bauruinen, aus denen die Bäume wachsen. Es fällt auf, wie sauber und aufgeräumt die Insel ist.

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Außer ein paar zertretenen Cola-Dosen auf den steinigen Pfaden, ein paar faulen Kokosnuss-Schalen und einer Hand voll streunender Hunde, ist Fakarava ein adrettes Inselchen das deutschen Schrebergarten-Ansprüchen genügen würde. Die Insulaner pflegen ihre Vorgärten und schmücken sie mit blühenden Büschen. Ein Boot oder ein Geländefahrzeug parkt neben jedem Haus. Zäune trennen die Grundstücke fein säuberlich voneinander. Und jeder Hausbesitzer hat einen direkten Zugang zum Meer.

Suedseeinsel Fakarava

Wie ein Strich in der Landschaft: Fakarava

Die Lagune ist ideal für ein erfrischendes Bad. Es gibt immer wieder winzig kleine Sandbuchten oder Korallenstrände unter Palmen oder Kiefern, von denen man ins seichte Wasser waten kann. Mit Badeschuhen an den Füßen kraxeln wir über Korallenscherben ins Meer. Immer wieder sieht man dunkle Stellen im Wasser, kleine runde Korallenriffe direkt an der Küste.  Als wir schnorcheln, sehen wir, dass manche von ihnen in dem warmen Wasser abgestorben sind. Andere aber sind noch von bunten Fischen besiedelt.

Wir sehen einen Artenreichtum, den wir sonst nur aus dem Aquarium kennen. Die flinken kleinen Tiere sind mal winzig klein und strahlend blau, mal neugierig und gemustert wie ein Zebra, andere fast transparent und wieder andere sonnengelb oder sogar schwarz. Einmal entdecken wir sogar einen Stachelrochen auf dem Meeresgrund, der sandfarben und platt wie eine Flunder auf der Lauer liegt. Auch die Mitreisenden erkunden das erfrischende Bad. Selbst ohne Taucherbrille entdecken sie ein paar Fische, so klar ist das Wasser in der Lagune. Auch einheimische Kinder plantschen sorgenlos neben uns mit ihrer Luftmatratze.

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Auf der anderen Seite der Insel ist an Schwimmen nicht zu denken. Hier rollen sich die Wellen gewaltig auf und schlagen mit voller Wucht auf das Riff. Der Wind peitscht das Wasser mit aller Kraft gegen den Strand, der aus groben Korallenstücken besteht. Die Gischt füllt die Luft mit Wasserperlen. Wild romantisch ist diese Küste mit den rauschenden Brechern, aber lebensfeindlich. Dennoch kann man hier ein paar flinke Fischchen und sogar einen kleinen Hai beobachten, der hinter dem Korallensaum Schutz sucht.

Das Highlight Fakaravas sind seine fast unberührten Tauchgründe. Sie ist aber auch für ihre Kokosprodukte und schwarzen Perlen bekannt, die hier in Farmen gezüchtet werden.  Auf der Havaiki Perlenfarm bekommt man die Schmuckstücke zu kaufen.

Schon mittags machen wir uns wieder auf den Weg zum Schiff. Schon um 15 Uhr heißt es Anker auf und wir gleiten aus dem Atoll vorbei an vielen unbewohnten Insel durch die Südsee.

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Polynesien.„Besuchen Sie den Himmel, solange Sie auf Erden weilen“, lautet das Motto der Region. Sie besteht aus fünf Archipelen und die Meerfläche ist so Groß wie die Landfläche Europas. Der höchste Berg Polynesiens ist 2241 Meter hoch. 1842 wurden die polynesischen Inseln französisches Protektorat, 1880 gingen die Inseln mit einem Kolonialvertrag endgültig an Frankreich. Bis 1996 gab es ein Jahresentwicklungsprogramm mit finanziellen Hilfen aus Paris. Danach wurde das Geld stark gekürzt. Dennoch beziehen noch 50 Prozent aller Arbeitnehmer direkt oder indirekt Geld aus der französischen Staatskasse.

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Fakarava und Tuamotu-Inseln. Sie bestehen aus gut 80 Inseln und Atollen und sind mit von der Ausbreitung auf dem Meer gesehen die größte Inselgruppe der Welt (Meeresfläche 20.000 Quadratkilometer). Die Inseln selber sind allerdings sehr klein und mit gut 15.000 Einwohnern kaum besiedelt. Das vom Namen bekannteste Atoll ist Mururoa, auf dem Frankreich ab 1966 und bis 1995 Atomtests durchführte. Fakarava ist eine ursprüngliche polynesische Insel und ist mit 60 Kilometern Länge das zweitgrößte Atoll der Tuamotus. Im Prinzip besteht die Insel aus einer langen Straße, an der sich rechts und links die Behausungen entlang reihen. Auf der einen Seite befindet sich dahinter dann die ruhige Lagune, die zum Schwimmen einlädt. Auf der anderen Seite liegt die raue Seite, die nur ein kurzes Riff hat und ständig im starken Wind liegt. Schwimmen ist hier zu gefährlich. Beide Seiten haben aber ihren ganz eigenen Reiz – und eignen sich besonders für kontrastreiche Fotos zwischen Ruhe und rauer Schönheit.

Weiter geht es mit der wilden Schönheit Raiatea!
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Alle Videos von unserer Weltreise mit MS Astor findet ihr im ReiseWorld Youtube-Kanal.

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