Bula! auf Fidschi

2. September 2011
Fidschi

Deutlich später als geplant kommen wir auf der größten der Fidschi Inseln an, der Insel Viti Levu mit der Hauptstadt Suva. Denn kurz nach dem Ablegen von Apia, Samoa, hatte unser Schiff plötzlich einen U-Turn gemacht und musste zum Hafen zurückkehren. Ein medizinischer Notfall bei der Besatzung, der sich zwei Stunden nach Abfahrt ereignet hatte. Wir hoffen das Beste und sind froh, dass Kapitän und Kreuzfahrtleitung sofort so konsequent gehandelt haben.

Fidschi

Suva ist eine quirlige Hafenstadt und das Zentrum der Fidschi Inseln. Sie sind zum Dreh- und Angelpunkt in der Südsee geworden, weil sie auf den wichtigen Flug- und Schifffahrtsrouten von Nordamerika nach Australien liegen (und zurück). Außerdem hat die Tourismusindustrie auf eine niedrige Preisstruktur gesetzt. Diese Faktoren haben insgesamt zur Folge, dass die Fidschi Inseln den anderen Südseeinseln den Rang abgelaufen haben. Und das sehen wir direkt bei unserer Ankunft: Die meisten Touristen kommen aus Australien, dann aus Amerika, aus Japan und aus Europa kommen die meisten Besucher aus Großbritannien und danach aus Deutschland.

Fidschi Fluss Abenteuer

Wir fahren mit dem Buß aus der Hauptstadt ins Hinterland von Fidschi. Das Fahrzeug rast über Huckelpisten, vorbei an kleinen Dörfern. Die Hütten auf Fidschi sind aus Wellblech oder Holz zusammengezimmert, bestehen oft nur aus einem Raum. Die Wäsche hängt zum Trocknen zwischen den Bäumen, Hühner, Ziegen und Schweine leben im Garten. Die Menschen hier sind herzlich und fröhlich und winken uns freudig zu.

Fidschi

Sie rufen: „Bula, bulah!“, was einfach hallo heißt. Dabei leben sie wie ein Drittel der Inselbewohner von Fidschi in Armut und leiden oft unter Wasserknappheit. Was unglaublich ist, wenn man das frische Grün überall um die Siedlungen herum gedeihen sieht. Es ist 25°C und viel Feuchtigkeit liegt in der Luft. An den  Bergen schwellen graue Wolken, die darauf warten, ihre Wasser zu verlieren.

Fidschi

Wir steigen in ein kleines Boot mit einem kleinen Außen-Motor und brettern den Navua Flusslauf hinauf. Unser Ziel ist ein Wasserfall. Das Boot springt über die kleinen Wellen und klatscht durch Stromschnellen, so dass es spritzt – eine Welle kommt direkt auf unseren Schoß! Doch das Wasser kommt nicht nur von unten, sondern auch von oben. Über uns erleichtern sich die Regenwolken in einem Schwall. In strömendem Regen sitzen wir auf Fidschi vor einem Mini-Wasserfall, der eine Felswand herunter rinnt. Dafür fühlen wir uns selbst wie einer, denn das Wasser läuft an uns überall herunter. Auf der einen Seite fühlen wir uns wie nasse Pudel und lachen schon hämisch selber über uns; auf der anderen Seite sind wir fasziniert – denn wir befinden uns mit dem kleinen Boot, hautnah mit dem Fluss vereint zwischen zwei steilen Felswänden. Eine tolle Naturerfahrung. Zum Glück ist es auf Fidschi tropisch warm, so dass wir nicht allzu sehr frieren.

Fidschi Dorfbesuch beim Häuptling

Klatschnass besuchen wir ein Dorf auf Fidschi, in dem uns der Häuptling willkommen heißt. Der Regen prasselt auf das Dach des mit Neonröhren beleuchteten Versammlungshauses. Wir sitzen auf dem Boden uns schauen Männern in Strohröcken bei ihren Tanzritualen zu. Es folgt eine traditionelle Kava-Zeremonie. Der Kava-Trank ist ein Extrakt aus den Wurzeln des Kava-Strauches. Die Wurzeln zerstampft man mit einem Mörser, packt es in Tücher und presst es in Wasser aus. In Kokosnuss-Schalen serviert gehört dieses Getränk zum Dorfalltag auf Fidschi.

Fidschi

Fidschi

Unser Busältester darf als unser Häuptling fungieren und das erste Kava-Getränk entgegen nehmen. Auch hier sind die Menschen wieder äußerst gastfreundlich. Sie sagen: Auf Fidschi kann die Gastfreundlichkeit bis zur Selbstaufopferung führen. Auf dem Weg zurück winken uns auch immer wieder wildfremde Menschen zu, die sich offensichtlich darüber freuen, dass wir Interesse an ihrem Land zeigen und auch ein bisschen Geld mitbringen.

 Fidschi

Fidschi. Die Fidschi-Inseln (englische und heimische Schreibweise Fiji) erstrecken sich 2700 Kilometer nordöstlich von Sydney. Es sind nach offizieller Zählweise 330 bis 800 Inseln, von denen 105 bewohnt sind. Die größeren haben alle einen vulkanischen Ursprung, nur die ganz kleinen haben sich aus Korallenriffen gebildet. Die über 940.000 Einwohner wohnen größtenteils auf den Hauptinseln Viti Levu und die halb so große Vanua Levu, die zusammen den Großteil der Landmasse ausmachen. Die größte Insel Viti Levu ist 240 Kilometer breit und 100 Kilometer lang. Die gesamte Landmasse aller Fidschi Inseln gleicht in etwa der Landmasse von Sachsen. Von Oktober bis April ist auf Fidschi mit Wirbelstürmen zu rechnen. Die Hauptstadt Suva liegt im Südosten Viti Levus. Die Stadt hat 75.000 Einwohner im Zentrum, mit den Randbezirken sind es gut 180.000 Einwohner. Suva liegt auf einer Halbinsel, die drei Kilometer breit ist und fünf Kilometer lang. Hier gibt es auch das Fidschi Museum, das unter anderem das Ruder der berühmten Bounty zeigt. Hier auf Fidschi passierte 1789 die Meuterei auf der Bounty, bei der Kapitän Bligh und seine Mannen zudem den Eingeborenen vor dem Kochtopf entkamen. Anfang des 19. Jahrhunderts kamen immer mehr Europäer auf die Inseln, 1830 die ersten Missionare, von denen mindestens einer im Kochtopf gelandet ist. Dennoch wurde im Laufe der Zeit ein Häuptling zum Christentum konvertiert, der Deutschland, Großbritannien und die USA dazu aufforderte, die Insel zu annektieren. Großbritannien tat dies 1874. Mit dem Eintritt in das Commonwealth kamen ab 1879 viele indische Arbeitskräfte, die heutzutage 37 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Somit ist der indische Einfluss sehr hoch und Hindi ist Sprache neben Fiji und Englisch. Der überwiegende Rest der Bevölkerung ist melanesischer Abstammung. 1970 erhielt Fidschi die Unabhängigkeit, 1987 trat es zudem aus dem Commonwealth aus. 2000 und 2006 ereigneten sich Militärputsche. 2009 wurde die Militärregierung für illegal erklärt, woraufhin der Präsident die Legislative entmachtete. Festnahmen sind seitdem auch ohne Anklage möglich. Das Auswärtige Amt warnt davor, sich größeren Menschenansammlungen anzuschließen und öffentlich seine politische Meinung zu äußern. In urbanen Zentren sei eine steigende Kriminalität zu verzeichnen. Urlauber sollen auf Fahrten per Anhalter verzichten, nicht alleine bei Dunkelheit reisen und keine Wertsachen offen tragen. Fidschi ist ein Land mit vielen jungen Menschen (Durchschnittsalter 25,5 Jahre), wobei in den letzten Jahren eine hohe Anzahl von Schulabbrechern zu verzeichnen ist (17.000 Jugendliche pro Jahr). Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei knapp über 70 Jahren. Rund ein Drittel der Bevölkerung lebt von einem Jahreseinkommen von knapp 4.600 US-Dollar oder weniger, was hier die Armutsgrenze darstellt. Wichtigster Wirtschaftszweig ist der Tourismus mit über 500.000 Besuchern pro Jahr. Daneben spielt die Zuckerrohrindustrie eine große Rolle; dieser dient auch das Schienensystem auf der Insel. Aufgrund des jüngsten Militärputsches blieben viele Besucher aus, die Entwicklung der Wirtschaft ist auch unter anderem deswegen und auch wegen der globalen Finanzkrise negativ. Im April 2009 wertete die Zentralbank den Fidschi-Dollar um 20 Prozent ab, um die Inseln für Touristen und ausländische Investoren wieder attraktiver zu machen.

Können wir morgen auf der Bounty Insel die Sonne genießen? Lest mehr im nächsten Artikel der Serie „Weltreise mit dem Kreuzfahrtschiff“. Direkt zum ersten Artikel unserer Weltreise mit MS Astor geht es hier.

Alle Videos von unserer Weltreise mit MS Astor findet ihr im ReiseWorld Youtube-Kanal.

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