Flusskreuzfahrt in Südfrankreich

19. August 2016

Die Flusskreuzfahrt in Südfrankreich mit der MS Bellefleur führte uns von Lyon ins Burgund, bis Chalon-sur-Sâone und die Rhône hinunter bis Avignon. Das 114,5 m lange Flusskreuzfahrtschiff brachte uns mit seinen maximal 12 Knoten gemächlich zu bedeutenden Sehenswürdigkeiten der Region. Die Rhône begrüßt uns in Lyon blaugrün glänzend im Sonnenlicht, gesäumt von Platanenalleen und majestätischen Stadtpalais. Hier erwartet uns MS Bellefleur zu unserer Flusskreuzfahrt in Südfrankreich.

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MS-Bellefleur

Wir werden an Bord freundlich empfangen und beziehen unsere Kabine auf dem Rhône-Deck. Durch das große Panoramafenster sehen wir das Leben auf der Saône. Das Stadtbild Lyons ist geprägt durch die beiden Flüsse, die Saône (473 km) und die Rhône, ein 812 km langer Strom, der von Lyon aus 300 km weit bis ins Mittelmeer fließt. In den nächsten 7 Tagen werden wir diesen Flüssen folgen und erleben, was es an deren Ufern heute gibt und sich historisch abspielte.
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Flusskreuzfahrt in Südfrankreich – Auf der Saône

Zunächst geht es die Saône aufwärts nach Macôn. Dort legt die MS Bellefleur am Quai des Marans an. Macôn hat eine schöne Uferpromenade mit hohem Freizeitwert. Ein Denkmal erinnert dort an den berühmten Sohn der Stadt, den Lyriker Alphonse de Lamartine. Man kann lange an der Saône entlang schlendern. Auch das Stadtzentrum erstreckt sich entlang des Quais. Enge Straßen und Gassen schlummern vor sich hin. Der Landausflug führt uns durch die lieblichen Weinberge des südlichen Burgund, dem Macônnais. Er versprach Genuss und enttäuschte uns nicht. Rebstöcke von Chardonnay säumten unseren Weg.

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Flusskreuzfahrt in Südfrankreich –  Ausflug zum Chateau de Pierreclos

Die mediterrane Architektur mit ihren terracottafarbenen Rundziegeldächern fügt sich harmonisch in die grüne Vegetation ein. Ein Höhepunkt war für mich dabei der Besuch der historischen Schlossanlage Pierreclos. Traumhaft thront das Schloss aus dem 13. Jahrhundert auf einer Anhöhe oberhalb des gleichnamigen Ortes, umgeben von Weinbergen. Die Familie Pidault erwarb dieses Kleinod mittelalterlicher Architektur vor 20 Jahren. Sie betreibt dort biologischen Weinbau, ein Museum und ein Gästehaus. Bei einer ausführlichen Weinprobe durften wir von den guten Weißen und Roten des Hauses, ihrem „Marc de Bourgogne“ und den Likören von Aligoté und Cassis kosten.

Chateau-de-Pierreclos

Burgund

Der Rückweg führte vorbei am „Roche de Solutré“ einem markanten Kalkfelsen, der aus einem tektonisch schräg gestelltem Korallenriff besteht und mit seinen fast 500 Metern ein Wahrzeichen des südlichen Burgund ist. Die Landausflüge dauern in der Regel vier Stunden und lassen so meist noch Zeit für Stadterkundungen nahe der Anlegestellen.

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Abends erwartet uns auf der Flusskreuzfahrt mit der MS Bellefleur kein Buffet, sondern ein schön gedeckter Tisch im Panoramarestaurant. An Bord ist das Lunch gut und das Dinner ein genussreicher Tagesabschluss. Es gibt feste Tischzeiten und Plätze. Der Chefkoch und sein Team servieren delikate Menus mit Auswahl à-la-Carte. Die Küche geht gekonnt auf persönliche Wünsche ein. Wir hatten durchgehend viergängige, vegane Menus und auch zum Frühstück köstliche vegane Angebote, der Hit war das vegane Rührei, zu schmackhaften Röstis. Die Weinkarte war ordentlich. Es wurden immer auch französische Gerichte angeboten. Auch die vegane Auswahl enthielt Interpretationen französischer Küche mit tartes, gâteau au chocolat, crèmes, tomates farcies, cassoulet und anderen Köstlichkeiten. Die Küche war hervorragend, der Service sehr aufmerksam. Dieses Angebot machte die Flusskreuzfahrt in Südfrankreich zu einer Genussreise durch bedeutende kulinarische Regionen Frankreichs.

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Flusskreuzfahrt in Südfrankreich – Auf dem Markt in Chalon-sur-Saône

Flussaufwärts erreichen wir Chalon-sur-Saône, die mit einer der Stadt vorgelagerten grünen Insel mit einem Wachturm aus dem fünfzehnten Jahrhundert einen idyllischen Anblick bietet. Chalon-sur-Saône gilt als der Geburtsort der Fotografie, für deren Erfinder Joseph Nicéphore Nièpce die Stadt ein Museum eingerichtet hat.

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Mein Weg führt mich durch die engen Gassen mit alten und Fachwerkhäusern zum Place Saint Vincent, wo ich vor der gleichnamigen Kathedrale in das Sonntagsgetümmel des Wochenmarkts eintauche. Obwohl hier im Sommer viele Touristen unterwegs sind, ist es ein authentischer lokaler Obst– und Gemüsemarkt geblieben, an dem sich auch die Einheimischen verproviantieren. Es ist viel los. Man trifft sich. Auch auf ein Gläschen in den Cafés, die den Markt umringen. Wir ziehen uns aus dem Trubel zurück auf den Platz des Hôtel de Ville (Rathaus). Nach einer Erfrischung in einem der Cafés verlassen wir die hübsche Innenstadt Chalons und schlendern am Ufer der Saône zurück auf die MS Bellefleur.

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Die MS Bellefleur folgt der Saône nun wieder flussabwärts und legt in Lyon am Quai Claude Bernard an. Wir haben die Stadt per Fahrrad erkundet, die man sich hier an vielen Stationen nahe der Anlegestelle unkompliziert ausleihen kann.

Flusskreuzfahrt in Südfrankreich – Auf der Rhône

Wenn man die Industrielandschaft südlich von Lyon hinter sich gelassen hat, begrüßen einen die Weinhänge der Côtes-du-Rhône. Weiter südlich leuchtet durch das Grün des Ufers immer mehr der helle Kalkboden des Mittelmeerraums. Die Architektur wird deutlich mediterran. Wir passieren Viviers, etliche Schleusen, darunter die tiefste und schnellste, Bollène, über 20 Meter tief. Das Schiff sinkt tief in die graubraunen Mauern hinab und scheint niemals anzukommen. In den Kabinen wird es dunkel. Doch dann öffnet sich das Schleusentor wieder und gibt den Blick frei auf den graugrünen Strom und seine lieblichen Ufer.

Papspalast-Avignon

Am 5. Tag nimmt die MS Bellefleur Kurs auf Avignon und legt mittags am Quai de l’Oulle an. Die Stadtmauer und der Papstpalast rücken ins Blickfeld. Gekrönt von der goldenen Marienstatue. Auch die weltbekannte Pont d’Avignon leuchtet im glänzenden Wasser vor blauem Mistralhimmel.

Der Mistral pfeift an diesem Tag heftig mit bis zu 90 km/h durch das Rhônetal. Ich suche Schutz innerhalb der Stadtmauern, schlendere durch die engen Gassen dieses Weltkulturerbes, sehe vornehme Patrizierhäuser hinter Schmiedeeisernen Zäunen. Die Wege der Touristen sind gerahmt von Boutiquen und überfüllt. Aber sehr schnell ist man in einer ruhigen, fast menschenleeren Seitenstraße. Ich ruhe mich in einem kleinen Café unter Platanen aus.

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Flusskreuzfahrt in Südfrankreich – Ausflug zum Pont du Gard

Unser Landausflug von Avignon führt zum Pont du Gard. Beeindruckt sitze ich unter diesem 2.000 Jahre alten Aquädukt. Ein Meisterwerk der Brückenbaukunst und Weltkulturerbe. Die naheliegende Stadt Uzés, eines der reizvollsten Städtchen im Langedoc, bezaubert mich. Sie ist jetzt im Sommer von Touristen überlaufen, aber in den engen Gassen und der Platanen bewachsenen Place aux Herbes mit schönem Brunnen spürt man ihren Charme.

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Flusskreuzfahrt in Südfrankreich – Spaziergang durch Avignon

In Avignon endet die Flusskreuzfahrt in Südfrankreich mit der MS Bellefleur Richtung Süden. Arles können wir wegen des heftig blasenden Mistrals nicht anlaufen. Hier lerne ich, dass auch bei einer Flusskreuzfahrt in den Süden Europas bei über 20 Grad Wärme warme, windschützende Kleidung angebracht ist. Ein Halstuch auf jeden Fall, Mütze oder Stirnband, je nach Empfindlichkeit. Auch ohne Mistral kann es in den Abend- und Morgenstunden an Deck ganz schön kühl werden. und gerade diese Stunden haben die schönste Lichtstimmung. Wer sich den Wind nicht um die Nase blasen lassen will, kann die schöne Flusslandschaft auch gut von der Lounge aus durch die großen Panoramafenster betrachten.

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Flusskreuzfahrt in Südfrankreich – Auf der Lavendelfarm

Von Avignon aus geht es wieder Richtung Norden. In der Nacht erreichen wir den Zwischenhalt in Chateauneuf-du-Rhône, wo wir zu unserem Ausflug in das Gebiet nördlich der Provence, die Drôme-Provençale, aufbrechen. Hier besuchen wir eine Lavendelplantage und das Renaissanceschloss Grignan. Dies ist auch das Gebiet der Trüffel und des Olivenanbaus. Wir sehen jetzt im August abgeerntete Lavendelfelder.

Lavendelfarm

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Von der Lavendelfarmerin Odile lernen wir viel über den Lavendelanbau und dürfen verschiedene Produkte erschnüffeln. Ein Lavendelsirup wird uns mit Weißwein aufgefüllt als Erfrischung gereicht. Lecker dieser Lavendelkir! Und in einer Garage der Farm finde ich sogar eine kleine, blaue Ente

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Auf zur nächsten Etappe. Das schmucke Städtchen Grignan schmiegt sich unterhalb seines sehenswerten Schlosses an den Hügel. Solch ein Lustschloss hier anstelle einer Trutzburg zu finden überrascht, aber die Renaissancefassade ist sehenswert. Der weite Rundumblick von dieser erhabenen Position in die Landschaft sowieso. Nach diesem letzten Landausflug geht die Flusskreuzfahrt in Südfrankreich der MS Bellefleur zügig zurück zu unserem Ausgangspunkt, Lyon.

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Flusskreuzfahrt in Südfrankreich – Zurück in Lyon

Wir genießen das Galadinner und bedanken uns bei der gesamten Crew während des Kapitänsempfangs. Die Crew war jederzeit sehr aufmerksam. Ich fühlte mich gut betreut. Auch die Schiffscrew hat uns sicher über die Flüsse und durch die Schleusen manövriert. Durch die niedrigen Brücken und wegen des Mistrals war das Sonnendeck die meiste Zeit nicht zu benutzen. Das war schade, fiel aber durch die vielen Landgänge dann doch nicht so ins Gewicht.

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Die Flusskreuzfahrt in Südfrankreich war für mich sehr erlebnisreich. Ich konnte die Landschaft und die Städte von Nahem erleben und war von diesen historischen Verkehrsadern immer mitten ins südfranzösische Leben eintauchen. Nach interessanten Landausflügen habe ich mich komfortabel ausruht und wurde quasi im Schlaf zum nächsten Highlight gefahren. Trotz der Landnähe fühlte ich mich auf dem Schiff ein wenig dem Alltag entrückt. Das langsame Dahingleiten auf dem Fluss und die Schleusenfahrten gaben mir ein Schifffahrtsgefühl. Eine rundherum erholsame und interessante Entdeckungsreise durch Südfrankreich.

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2 Kommentare

  • Antworten Thomas Roth 2. November 2016 at 20:15

    Kurz überflogen.
    Die Provence ist mir auch seit 2014 nach vielen Italien-Aufenthalten ans Herz gewachsen.
    Ich dachte, jetzt musst du mal langsam woanders hin.
    Avignon ist sofort in die Liste meiner 5 Lieblingsstädte gekommen – 1 Jahr später in Aix und
    den Hausberg erklommen.
    http://herrrothwandertwieder.de/die-rhone-hoch-okt-2014/
    Mit einem Schiff ist auch keine schlechte Idee.
    MfG
    herrrothwandertwieder

  • Antworten tina sumser 16. Februar 2017 at 18:34

    sehr edler blog , freue mich auf den news letter, herzlichst Tina !

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