Island entdecken mit der Golden Circle Tour

23. August 2014
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Schwarze Vulkane und weiße Gletscher, weite grüne Täler und glänzende Seen – das ist Island. Immer wieder dampft es aus der Erde, Geysire und heiße Schwefelquellen bieten einzigartige Naturschauspiele. Im Grabenbruch der Insel driften die Kontinentalplatten von Europa und Amerika auseinander und die aktiven Vulkane Islands halten beizeiten die gesamte Welt in Atem.

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Wir legten mit dem Kreuzfahrtschiff MS Astor auf einer Nordlandkreuzfahrt in Hafnarfjörður an, einem Nachbarort der modernen Hauptstadt Reykjavik. Dort startet die Golden Circle Tour zur Besichtigung von Islands Nationalpark Pingviller, den Geysiren Geysir und Strokkur, sowie dem Wasserfall Gulfoss als Hauptattraktionen dieser Rundroute.

Die Golden Circle Tour vermittelt einen idealen Eindruck von den charakteristischen Naturschauspielen der Insel. Von Reykjavik kann man sie an einem Tag mit dem Mietwagen oder Ausflugsbus abfahren. Die Infrastruktur und Ausschilderung in Island ist gut. So kann man sich auch für einen individuellen Tagesausflug unbesorgt auf den Weg machen.

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Die Straßen der Golden Circle Tour sind gut. Es empfiehlt sich aber in jedem Fall ein größeres Fahrzeug, weil manche interessante Strecken abseits des Hauptweges auch über gut befahrbare Schotterpisten führen. Zudem sind die Isländer hilfsbereit und sehr bedächtige Autofahrer. Überall kann man sich gut auf Englisch verständigen. Dennoch hat durch die Weite und Einsamkeit weiter Strecken die Golden Circle Tour auch einen Hauch von Abenteuer.

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Von Reykjavik als Ausgangspunkt der Golden Circle Tour erreicht man über die Ringstraße 1 in Richtung Mosfellsbaer und später die Landstraße 36 in ca. 45 Minuten den Nationalpark Pingvellir. Diese weite, grüne Ebene gesäumt von Vulkanbergen und dominiert durch Islands größten See Pingvallavatn und zahlreiche Wasserläufe, ist Islands Nationalheiligtum und UNESCO-Welterbe.

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Die Golden Circle Tour führt hier durch ein Gebiet, in dem die eurasische und amerikanische Kontinentalplatte aufeinander treffen. An mehreren, interessanten Informations- und Aussichtspunkten sind die Erdspalten und Schluchten zu sehen und zu erwandern. Die Platten driften auseinander und der Ort Pingvellir senkt sich laut Messungen jedes Jahr um 8mm.

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Vorbei an Weiden mit niedlichen Islandponys und Schafen geht es weiter auf der 365 durch ein bewaldetes Gebiet mit vielen isländischen Sommerhäuschen. Nach dem für seine Therme bekannten Ort Laugarvatn erreicht man dann die Geysire „Geysir“, den Namensgeber aller Geysire, und „Strokkur“. Kochend heißes Wasser brodelt in einem großen Loch. Türkisblau pumpt sich eine riesige Wasserblase ständig auf, bis sie sich in kurzen Abständigen in einer bis zu 20 Meter hohen Wasserfontäne entlädt. Überall in der Umgebung kocht und dampft es aus der Erde. In dieser Etappe der Golden Circle Tour gibt es auch Restaurants und Geschäfte, denn hier ist auch meist die Mittagszeit der Tour. Ansonsten ist Proviantmitnahme für die Tour zu empfehlen, weil es auch an den Aussichtspunkten keine Restauration gibt, dafür aber überall schöne Picknickmöglichkeiten.

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Wer sich lange aufgehalten hat, sollte jetzt den Rückweg antreten, wenn er am frühen Abend wieder in Reykjavik ankommen will, denn den die kurvigen, hügeligen Straßen erlauben meist nur die Höchstgeschwindigkeit von 90 der 70kmh. Wer von den langen Sommertagen profitiert, kann auch noch auf der 35 weiterfahren bis zum imposanten Wasserfall Gullfoss. Die Wassermassen dieses Goldenen Wasserfalls rauschen in die bis zu 70 Meter tiefe Schlucht des Flusses Hvita. Ein Majestätischer Anblick aus unmittelbarer Nähe.

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Wir sparen uns einen längeren Aufenthalt beim Gullfoss für einen längeren Besuch Islands, denn die Golden Circle Tour hat uns für das Land begeistert. Stattdessen machen wir auf der Rückfahrt auch einen Abstecher über die zahlreichen, gut befahrbaren Schotterpisten zwischen Weiden mit niedlichen Islandponies hindurch. Zurück über die 35 geht es vorbei am Kratersee „Kerid“ über Selfoss nach Reykjavik.

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Die Golden Circle Tour in Island ist auch fahrtechnisch interessant. Wer mag. Mietet sich einen Geländewagen, um dann ab und an auch mal von der offiziellen Route abzuweichen und die Pflanzen- und Gesteinswelt abseits des Hauptweges zu erkunden. Unverwechselbare Fotomotive gibt es auf der Golden Circle Tour zahlreich trotz der scheinbaren Kargheit der Landschaft.

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Das Wetter wechselt auch im Sommer oft von regnerisch bis sonnig, auch Mitte August ist es kühl und windig. Wetterfeste und warme Kleidung ist auf der Golden Circle Tour auf jeden Fall angeraten. Wer den ganzen Tag unterwegs ist und die schönen Picknickplätze der Golden Circle Tour nutzen möchte, verproviantiert sich a besten vorher in Reykjavik, denn alle Sehenswürdigkeiten und Aussichtsparkplätze sind gut ausgebaut, wegen der eher übersichtlichen Touristenströme gibt es aber keine Kiosks oder Restaurants.

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Wenn man die Golden Circle Tour zügig befahren hat , kann man auf der Rückfahrt bei Selfoss auch noch einen Abstecher durch ein beeindruckendes Lavafeld vorbei an langen Lavastränden machen. Die Route führt südwestlich durch die ganz von Lava bedeckte Halbinsel Reykjanes. Die schmale Straße schlängelt sich kilometerlang durch eine Wüste von dicken, schwarzen, mit Moos bewachsenen Lavabrocken. Links erscheint bald das Meer, gesäumt von langen, schwarzen Lavastränden. Auf der Landseite ragen die Vulkanberge als stille, dunkle Drohung in den Himmel. Man kommt sich klein vor und erlebt die Konsequenzen der Vulkanausbrüche hautnah.

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Wo das flache Lavagebiet sich zu einem durchfahrbaren Vulkanmassiv verengt, dampft es aus dem Boden. Beim Näherkommen dringt fauliger Geruch in die Nase. Eine Ansammlung blubbernder und dampfender Schwefelquellen empfängt den Besucher. Auch hier kann man erleben, wie das Erdinnere in Island heiß an die Oberfläche drängt.

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Weiter durchquer die Straße 42 ein pechschwarzes, 400 m hohes Lavamassiv. Die Straße geht steil und kurvig bergauf und ab am Hang eines Vulkankraters. Unten glänzt ein großer, türkisfarbenen See, umsäumt von schwarzen Lavastränden. Ein surreales Bild. Eine verlassene Gegend, jedoch gar nicht weit entfernt der Golden Circle Tour.

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Auch fahrtechnisch ein Abenteuer, denn die Straße wird immer mal wieder zur Schotterpiste, die mit einem Mittelklassewagen aber noch befahrbar ist. Kurz vor der Hafenstadt Hafnarfjördur endet dieses Vulkanabenteuer. Hier hat man auch Reykjavik, den Ausgangspunkt der Golden Circle Tour, fast schon wieder erreicht. Auf der Hauptstraße Islands, der 1 geht es schnell zurück nach Reykjavik.

Text: bt / ReiseWorld
Fotos: ina / ReiseWorld

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7 Kommentare

  • Antworten Mel 23. August 2014 at 11:55

    Die typischste aller Island-Touren, aber immer wieder schön. Ich war damals glaub ich 3 oder 4 mal an diesen Plätzen. Habe aber nach dem ersten mal immer darauf geachtet, dass kein SChiff im Hafen liegt, damit ich alleine dort war :-)

  • Antworten Nordlandkreuzfahrt mit MS Astor, ein ReiseberichtReiseWorld 25. August 2014 at 20:37

    […] amerikanische Kontinentalplatte jedes Jahr etwas weiter auseinanderdriften. Auch er liegt auf der Golden Circle Tour, einer kleinen Rundreise von/bis Reykjavik, die man als Kreuzfahrer gut in einem Tag befahren […]

  • Antworten Vera Blum 25. August 2014 at 21:22

    Die Golden Circle Tour kann ich für eine erste Islandentdeckung nur empfehlen. Macht Lust auf mehr.

  • Antworten Kreuzfahrtschiff MS Astor, Schiffsrundgang und ErfahrungsberichtReiseWorld 26. August 2014 at 14:59

    […] Norwegen-Routen und Ostsee-Touren ebenso wie gelegentliche Abstecher über den Atlantik in Richtung Island, Grönland und sogar Kanada. Im Winter fährt die Astor für Cruise & Maritime Voyages (CMV) […]

  • Antworten Alex 8. Oktober 2014 at 22:57

    tolle route, wir sind nächstes jahr dort.
    Gibt es eine Routen-/Weg-Beschreibung?

  • Antworten Tipps für die Nordlandkreuzfahrt - ReiseWorldReiseWorld 11. Februar 2015 at 22:36

    […] in Richtung Norwegen, vielleicht auch hoch bis nach Spitzbergen. Oder sogar über den Atlantik nach Island. Doch nicht immer ist alles so, wie man es sich vorstellt. Von daher ist gute Vorbereitung auf die […]

  • Antworten Warum man jetzt eine klassische Kreuzfahrt machen sollte – Luxusreiseblog ReiseWorld 12. November 2015 at 23:34

    […] der Kreuzfahrt repräsentieren. Dazu zählt MS Astor, die 1987 erstmals in See stach. Auf einer Island-Kreuzfahrt mit dem klassischen Kreuzfahrtschiff haben wir herausgefunden, warum auch die Oldtimer […]

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