Golf von Aqaba, Interview mit einem Reiseleiter

16. Oktober 2011
Katharina im Interview mit Wolfgang
Katharina im Interview mit Wolfgang

Katharina im Interview mit Wolfgang

Heute treffen wir uns mit Reiseleiter Wolfgang zum Kaffeeklatsch. Der Bayer erzählt uns von seinem Job an Bord.

Was macht ein Reiseleiter an Seetagen?
Wolfgang: Die Seetage sind für uns wie Sonntage, es ist ein bisschen ruhiger. Heute Morgen habe ich um sieben Uhr angefangen mit dem Morgenwecker, habe die Gäste begrüßt, ein bisschen Musik gespielt – über das Bordradio, so dass es jeder einschalten konnte. Dann haben wir mit den Gästen Fußball gespielt, Volleyball, Shuffleboard werden wir heute Nachmittag noch machen – das war’s dann schon.

Nun bist du hauptsächlich Reiseleiter, also ist dein Hauptjob an den Reisetagen.
Wolfgang: Ja. Grundsätzlich ist es so, dass wir in jeder Stadt die Cityguides vor Ort haben. Aber wir sind dann die Vermittler zwischen den Gästen auf dem Schiff und den Reiseleitern vor Ort. Wir übersetzen die Ausflüge, falls wir einen englischsprachigen Reiseleiter haben und bleiben immer als Ansprechpartner vom Schiff dabei. Wir schauen darauf, dass sich niemand verloren vorkommt.


Bei deinem Job kommt man ganz schön herum, wo warst du schon überall?
Wolfgang: Also im Mittelmeer bin ich schon komplett zu Hause, da gibt es fast kein einziges Land, in dem ich noch nicht war. Jetzt war ich in Hong Kong eingestiegen und mache den zweiten Teil der Weltreise bis zum Ende. Am schönsten fand ich Vietnam, da werde ich auf jeden Fall noch einmal privat hinfahren. Das Mekong-Delta war großartig.

Das ist ja ein richtiger Traumjob. Wolltest du schon immer Reiseleiter werden?
Wolfgang: Ich wollte nicht immer schon Reiseleiter werden, aber ich wollte schon immer die ganze Welt sehen und das ist sehr schön, ein Kreuzfahrtschiff als sein zu Hause immer mit dabei zu haben.

Hat das ganze auch etwas von Urlaub?
Wolfgang: Urlaub habe ich im Monat zwei Tage, na ja, das ist etwas hoch gestapelt, eher zwei Stunden (lacht). Wir fangen morgens um sieben an und hören abends um halb zwölf auf. Da bleibt relativ wenig Zeit für Privates und Freizeit, aber man sieht viel und das ist der Ausgleich dafür.

Trotzdem machst du es gerne, du hast immer gute Laune – ist das nicht anstrengend mit der Zeit?
Wolfgang: Nein, das ist nicht anstrengend. Man muss nur ein Typ dafür sein. Entweder ist man lebensfroh und aufgeweckt und ein bisschen crazy ab und zu – introvertierten Personen würde ich das nicht nahe legen. Für mich ist das schönste Gefühl immer, wenn abends die Sonne untergeht, wir vom Ausflug zurückkommen und alle Gäste zufrieden sind. Da verliert man auch schnell mal das Zeitgefühl, hier auf dem Schiff gibt es eine ganz andere Zeitrechnung. Diesmal ist mir aufgefallen, dass ich erst nach sechs Wochen mich das erste Mal bei meiner Mutter gemeldet habe – und es kam mir nur vor wie eine Woche. Das hier an Bord ist eine ganz eigene Welt, man vergisst das Drumherum. Natürlich hat man ab und zu Augenblicke, in denen einem einfällt, dass es doch noch ein anderes Leben zu Hause gibt oder gab, aber diese Augenblicke sind relativ kurz.

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