Auf die Liegen, fertig, los!

31. August 2011
Deck MS Astor

Beim Frühstück sehen wir viele neue Gesichter. In Acapulco sind einige neue Gäste zugestiegen. Wie jeden Tag suchen wir uns einen Platz auf dem Pooldeck, um draußen zu essen. Doch wir finden keinen freien Tisch. Die MS Astor zählt nun 440 Passagiere. Man erkennt die Zugestiegenen an ihrer weißen Winterhaut. Sie kommen frisch aus dem deutschen Schneechaos. Es sind auch jüngere Reisende dabei, Menschen unter 50, manche mit sogar Kindern – eine Seltenheit unter den vielen Senioren. Sie allen möchten die „traumhaftesten Strände der Welt“ sehen, so lautet das Motto dieses Reiseabschnitts.

Doch bevor wir uns an den Stränden der Südsee sonnen können, müssen wir den Pazifik passieren. Also nehmen wir Vorlieb mit den Liegestühlen auf dem Bootsdeck. Nach dem Frühstück suche ich mir einen Platz im Schatten und… finde keinen. Von den etwa einhundert Liegen sind alle belegt, hauptsächlich von gelb-weiß gestreiften Badetüchern. Auf manchen liegen Bücher, Tücher oder Taschen. Manchmal auch Menschen.

Katharinas Logbuch: Ich humpele langsam umher, kann daher nicht rund ums Schiff rennen auf der Suche nach der einen, freien Liege. Ich warte ein paar Minuten, ob jemand kommt. Fehlanzeige. Also suche ich mir eine Liege aus, nehme die Sachen und lege sie auf die Liege daneben. Die beiden Stühle waren in der gleichen Art kunstvoll belegt: Strandtuch auf dem Sitz gefaltet, darin ist ein Buch gewickelt. Ich lege meinen Fuß auf der Reling hoch und döse eine halbe Stunde vor mich hin. Dann lese ich fünf Kapitel in einem Roman. Danach lese ich einen kleinen Reiseführer. Dann schreibe ich etwas für euch, liebe Leser. Dann lese ich in dem Roman von vorhin. Dann sagt jemand: „Das ist mein Platz!“. Ich kann mir das Lachen kaum verkneifen. „Wir sitzen hier“, sagt die Person. Ich denke „Wer ist wir?“ und sage: „Hier ist doch noch frei“ und zeige auf die Liege neben mir. „Eine Unverschämtheit… da sind wir nur kurz weg, warum setzen sie sich nicht woanders hin?“ Ich sage nichts. „Wo soll ich mich hinsetzen, da liegt ja jetzt das ganze Zeug auf dieser Liege.“ Ja, den Kram den Sie selbst auf den Sonnenstühlen drapiert haben.

 

Belegte Sonnenliegen

Der Kampf um die besten Plätze

Wir suchen uns ein Plätzchen am Heck, denn Thomas hat keine Lust auf die „Sardinen-Aktion“ auf dem Bootsdeck. Dort finden wir drei freie Liegen im Schatten, auf der mittleren steht eine Handtasche. Niemand da, zu dem sie gehören könnte. Auf den anderen Liegen braten die Sonnenanbeter in einer Reihe. Wir nehmen die Tasche und stellen sie eine Liege weiter, als uns eine schrille Stimme kreischt: „Da liege ich!“ Moment, wo kam das denn her? Wir sehen uns um. Eine Frau mit krokettenbrauner Haut schaut uns empört von einem Liegestuhl aus an. Wir überlegen, ob wir im Physikunterricht etwas verpasst haben könnten. Wohl eher nicht. Also hä, wie jetzt? „Das ist meine Liege“, kräht sie. Wir wollen erst sagen, upps, das Namenschild haben wir übersehen, doch entscheiden uns der Höflichkeit halber einfach für ein vages „okay“. Die Dame zeigt sich dann aber doch sehr großzügig indem sie sagt: „Sie dürfen sich aber gerne dorthin setzen.“ Wow, danke, das ist aber nett.
 

Dabei wäre alles so einfach, wenn jeder sich erst eine Liege suchen würde, wenn er sich auch tatsächlich hinlegen möchte, und nicht schon um acht Uhr auf dem Weg zum Frühstück. Und wenn man mit Sonnenbaden fertig ist, nimmt man einfach sein Handtuch wieder mit. Denn es sind mehr als genug Liegen da. Nur nicht, wenn jeder gleich auf zwei Anspruch erhebt. Wir scheinen nicht die einzigen zu sein, die unschöne Erfahrungen bei der Liegestuhlsuche gemacht haben. Ein wenig später kommt eine Durchsage. „Bitte reservieren Sie keine Liegen, gönnen Sie anderen doch auch einen Platz in der Sonne.“ Als Nachsatz:  „Und bitte nehmen Sie keine Liegestühle mit in die Kabine.“

Morgen mehr über das Bordleben auf MS Astor!
Direkt zum ersten Artikel unserer Weltreise mit MS Astor geht es hier.

Alle Videos von unserer Weltreise mit MS Astor findet ihr im ReiseWorld Youtube-Kanal.

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