Pekang Kuah, Insel Langkawi, Malaysia, 90. Tag

10. September 2011
Insel Langkawi Malaysia

Wir bleiben in Malaysia. Am Mittag fahren wir ein in die fantastische Inselwelt von Langkawi, einem Archipel mit rund 100 kleinen Eilanden vor der Nord-West-Küste der malaiischen Halbinsel. Wir machen fest an der namensgebenden Hauptinsel Langkawi. Wir liegen an der Pier von Pekang Kuah. Um uns herum schimmert das Wasser grünlich in der Sonne und zahlreiche kleine Felsen und Buchten bieten eine beeindruckende Aussicht. Die Hauptstadt Pekang Kuah, sie hat gut 40.000 Einwohner und trägt den seltsamen Namen Bratensauce (Kuah), was daran erinnert, dass hier zwei Adelsfamilien einst einen heftigen Streit hatten, bei dem auch Sauce verschütt gegangen war.

Die Inselwelt von Langkawi

Langkawi ist eine beschauliche Insel, insgesamt leben hier nur etwa 100.000 Menschen. In den Straßen der kleinen Orte findet man vor allem kleine Souvenirläden, Bekleidungsgeschäfte die Bademoden verkaufen und Bars, Cafés und Restaurants. Der Tourismus ist der wichtigste Wirtschaftszweig auf Langkawi. Etwa die Hälfte der Menschen arbeitet im Tourismus. In fast allen Orten findet man Hotels direkt an den lang gezogenen, weißen Sandstränden. Auch wir genießen heute einen Tag direkt am Meer. Wir verbringen den Nachmittag im Mutiara Burau Bay Resort. Die Bungalowanlage liegt, wie der Name schon sagt, an der Burau-Bucht. Wie ein weißes Band säumt der Sandstrand die Bucht. Das grüne Wasser glitzert in der Mittagssonne. Wir liegen unter Palmen und genießen die Aussicht. Die Temperaturen von gut 35 °C sind genau richtig für einen Badeausflug. Und auch das Wasser ist lauwarm, es hat bestimmt über 30 Grad. Es ist eines der wenigen Male, bei denen wir nicht frieren, wenn wir ins Wasser gehen!

Die meisten Touristen, die Langkawi besuchen, kommen aus dem nahen Singapur. Ihre Währung ist stark, somit ist der Urlaub hier für sie preisgünstig. Noch dazu kommt, das Langkawi eine steuerfreie Zone ist. Bis 2020 soll das so bleiben, um die lokale Wirtschaft anzukurbeln. Das macht die Insel für Touristen besonders attraktiv. Ein Bier kostet hier zum Beispiel umgerechnet 40 Euro-Cent, ein ganzes Jahr Steuern für ein Auto kosten 15 Euro. In Mutiara Beach Resort treffen wir viele europäische Besucher. Sie kommen aus Spanien, Dänemark oder auch Deutschland nach Malaysia, der schönen Strände wegen. Wir werfen noch einen letzten Blick auf den Strand und die überragenden Berge direkt am Wasser, bevor wir uns am den Rückweg zum Schiff machen.

Insel Langkawi Malaysia

Dabei sehen wir noch einiges von der Insel. Die Landschaft ist bestimmt von einer majestätischen Bergkette zu deren Füßen sich Felder und Palmenhaine abwechseln. Abgesehen vom erwähnten Tourismus arbeitet ein Viertel der Bevölkerung in der Landwirtschaft, das restliche Viertel vom Fischfang. Abends bei Sonnenuntergang fahren die Fischer hinaus, um ihre Netze und Fangkörbe auszuwerfen. Mit ihren kleinen, knatternden Booten mit umgebauten Lkw-Motoren (wie in Bangkok) ziehen sie scharenweise an unserem Schiff vorbei in die Abendsonne.

Insel Langkawi Malaysia

Umwelt in Malaysia. Die Landschaft Malaysias ist in den Küstengegenden geprägt von Sumpfgebieten, Mangrovenwäldern und Stränden. Besonders Ost-Malaysia (nördlicher Teil der Insel Borneo) ist berühmt für seine unberührten Sandstrände, während West-Malaysia (malaiische Halbinsel südlich von Thailand) stärker besiedelt ist. Malaysia ist das Land, in dem sich die Monsune treffen, sagt man. Daher gibt es hier besonders starken Regen. In Kuala Lumpur fällt jährlich dreimal so viel Niederschlag wie in Deutschland. Das Hinterland mit der Perakette ist hügelig bis bergig, es gibt es Berge, die über 2000 Meter hoch sind. Im Zentrum der Insel wachsen die ältesten Regenwälder der Welt. Um 1900 war das Staatsgebiet des heutigen Malaysia noch gänzlich mit diesem Wald bedeckt. Heute stehen davon nur noch 13 Prozent. In den Regenwäldern leben noch heute viele bedroht Tierarten. So soll es beispielsweise noch 500 frei lebende Tiger geben.

Insel Langkawi Malaysia

Geschichte Malaysias. Jungsteinzeitlich Funde werden auf 2000 v. Chr. datiert. Um 300 v. Chr breitete sich eine buddhistische Zivilisation aus. Um 800 verbreiteten indische Seefahrer den Hinduismus. 1400 brachten arabische und persische Händler den Islam in die Region. 1403 entstand das Königreich Malakka, das allerdings noch abhängig von Thailand war. Der Gründer Paramesvara trat vom Hinduismus zum Islam über. 1511 eroberten die Portugiesen Malakka, es wurde damit die erste europäische Handelsniederlassung für den Gewürzhandel. 1641 übernahmen die Niederländer in Malakka die Macht. 1786 gründeten die Briten in Penang eine Handelsniederlassung. 1819 gründeten die Briten die Stadt Singapur als strategisch wichtigen Punkt. 1824 vertrieben die Engländer die Niederländer aus der malaiischen Region. Im selben Jahr wurde der britisch-niederländische Vertrag unterzeichnet, wonach die Briten die malaiische Halbinsel erhielten und die Niederländer die davon östlichen Gebiete (Borneo). 1850 kamen Chinesen, um in neu errichteten Zinnminen zu arbeiten. 1857 gründeten die chinesischen Zinnarbeiter ein Bergbaucamp, woraus später Kuala Lumpur entstand. 1867 wurden Penang, Singapur und Malakka zu Kronkolonien erklärt. 1888 wurde Nordborneo britisches Protektorat. 1896 schlossen sich mehrere Länder zur Föderation der Malaiischen Staaten zusammen. Um 1900 kamen indische Tagelöhner, um in Plantagen und im Eisenbahnbau zu arbeiten. 1941 bis 45 besetzten Japaner das Land. Nach dem Krieg wurden die Kolonien wieder britisch, wobei sich 1948 aus neun Staaten eine neue Föderation Malaya formierte. 1957 erhielt Malaysia die Unabhängigkeit, blieb aber Mitglied im Commonwealth. Ab 1963 hieß die (dann unabhängige) Föderation offiziell Malaysia, dazu kam auch Singapur, das dann zwei Jahre lang zu Malaysia gehörte. 1964 brachen Unruhen zwischen Malaien und Chinesen in Singapur aus, daraufhin trat Singapur 1965 aus Staatenverbund aus. Ministerpräsident Mahathir Mohammed sorgte von 1981 bis 2003 für politische Stabilität, es entwickelten sich aber auch drastische Strafen gegen öffentliche Ordnungsvergehen. Die Zinn- und Öl-Industrie, der Seehandel und der Tourismus brachten den wirtschaftlichen Aufschwung bis zu einem heutzutage vergleichbaren Wohlstand mit Deutschland.

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