Schiffsfreigabe in der australischen Badewanne, 57. Tag

3. September 2011
Badewanne an der australischen Küsteen
Badewanne an der australischen Küsteen

Badewanne an der australischen Küste

30 Grad an Deck, im Schatten. Nur ein laues Lüftchen bringt ein wenig Abkühlen. Und jetzt kommt es noch besser: Auch das Wasser hat heute 30 Grad Celsius. Wow. Das haben wir auch noch nicht erlebt. Badewanne hier im Seegebiet zwischen Nordaustralien und Südostasien.


Nach einem entspannten Tag an Deck lädt am Abend Kreuzfahrtdirektorin Silvia Ritter zu einem Talk in den Captain’s Club. Ihr Gast ist Oberzahlmeisterin Martina Linder, die von ihrer Arbeit an Bord von MS Astor berichtet. „Das Wichtigste an meinem Job ist, auf die unterschiedlichen Kulturen einzugehen“, sagt die Schwäbin. Denn sie ist diejenige, die in jedem Hafen mit den lokalen Behörden verhandelt, um die Schiffsfreigabe zu erhalten. In manchen Häfen, wie beispielsweise in Frankreich, gehe das sehr schnell, in anderen Ländern, wie Australien, China oder Indien, könne es bisweilen schon mal etwas länger dauern. Manchmal kommt nur ein Offizieller aufs Schiff und gibt es frei, manchmal kommt eine ganze Mannschaft – bestehend aus Einreisebehörden, Zoll, Hygiene- und Quarantänefachleuten die Gangway hinauf. Sie kontrollieren nicht nur die Pässe, sondern verlangen Schiffszertifikate oder wollen in die Lagerräume schauen. „Die australischen Behörden haben jede Pflanze an Bord gezählt“, berichtet Linder, „und die Goldfische im Aquarium.“ Aber sie sieht es locker und sagt, in ihrem Job müsse man sich einfach schnell auf neue Menschen und andere Sitten einstellen können. „Wenn mir in einem arabischen Land ein Offizieller nicht die Hand geben möchte, weil ich eine Frau bin, nehme ich das nicht persönlich, sondern bleibe professionell“, sagt Martina Lindner, die selbst längere Zeit in Tunesien gelebt hat. Als Reiseleiterin hat die gelernte Versicherungskauffrau in vielen Ländern, unter anderem in Thailand und den Malediven, fremde Kulturen erlebt. „Das hat mir in diesem Job sehr geholfen, es ist sogar wichtiger als die Buchhaltung. Aber man muss auch eine Affinität zu Zahlen haben“, berichtet Linder. Denn als Chief-Purserin macht sie die Buchhaltung und verwaltet die Bargeldreserven an Bord. Liegegebühren und Bestellungen beim Hafenagenten begleicht sie in der Regel nicht in bar, aber für spontane Bestellungen bei kleinen Lieferanten hat sie immer Scheine in der Landeswährung parat.

Damit die Schiffsfreigabe in Papua-Neuginea reibungslos verläuft, sind schon seit zwei Tagen Beamte aus Madang bei uns an Bord. Seit Cairns kontrollieren sie Pässe und Einreisekarten und genießen dabei das Leben auf MS Astor – bekommen natürlich auch die gute Verpflegung, damit sie bei Laune bleiben und die Freigabe reibungslos läuft. So hoffen wir, dass morgen das Schiff schnell freigegeben ist.

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