Städtetrip in Südfrankreich mit A-Rosa Luna

1. August 2017

Südfrankreich mit dem Schiff zu erkunden mag auf den ersten Blick paradox erscheinen. Die Flüsse Rhône und Saône sind jedoch historisch bedeutsame Verkehrsadern in die Provence und das südliche Burgund.

Städte wie Lyon, Avignon, Arles sowie Mâcon und Chalon-sur-Saône lassen sich auf der „Rhône Route Classique“ mit der A-Rosa Luna, einem Passagierschiff der A-Rosa Flusskreuzfahrt GmbH, stilvoll erkunden. Wir sind von Bord aus in die Städte spaziert und haben einige Tipps für erlebnisreiche Landgänge.

Die Rhône Route Classique beginnt in Lyon. Wer vor dem Check-In um 14:00 Uhr anreist, kann sein Gepäck auf dem Schiff abgeben und dann die Stadt erkunden. Das Stadtzentrum Lyons und Sehenswürdigkeiten wie der Place Bellecour, Oper und Rathaus sind vom Liegeplatz am Quai Claude Bernard schnell zu erreichen. Wir empfehlen einen Spaziergang durch ein authentisches Quartier direkt hinter dem Quai, in dem man bei einer Erfrischung oder einem Lunch das Bobo-Viertel La Guillotière kennen lernt.

Bobo ist die Abkürzung für bourgeois-bohème und kennzeichnet eine gelassene, kulturell interessierte Lebensweise. In La Guillotière teilen sich gutsituierte und kulturell interessierte Bürger das sehr internationale Quartier mit Studenten. Die Menschen hier sind offen. Man kommt mit den Bewohnern ins Gespräch. Bei einem Spaziergang hinter der Kirche St. André trifft man an der Kreuzung Rue Mazagran und Jangot auf den Jardin Amaranthe, eine urbane Gartenanlage zum Selbstgärtnern für Bürger.

Einige Straßen weiter, auf der Rue Salomon Reinach, bietet das kleine Restaurant „ Le Bouillon Paradis“ eine Auswahl kleiner Gerichte. Ungezwungen sitzt man auf der Terrasse am Straßenrand mitten im Viertel. Zum Kaffee geht es dann in die Kaffeerösterei „Kaova“, einem modernes Café mit eigener Kaffeerösterei und eigenem Patisserie-Labor. Im Zuge der Neudefinition des Quartiers wurden die Betreiber dieses innovativen Cafés gebeten sich hier anzusiedeln. Der Inhaber Pascal gibt gerne Auskunft über seine eigens entwickelten Kaffeebrühgeräte. Ich musste mich sehr zurückhalten, um nicht gleich am ersten Tag eine der innovativen Kannen und Filter als Souvenir einzukaufen.

Nach dem Einchecken ab 14:00Uhr und dem Willkommensempfang nimmt die A-Rosa Luna Kurs auf die Provence. Vorbei am futuristischen Museum Confluence am Zusammenfluss der Rhône und Saône nehmen wir Abschied von Lyon.

Am 2. Tag geht es nach Avignon entlang von Industrie und Natur vorbei an Weinbergen bei Tain l’Hermitage, an Valence und Montélimar. Die landschaftlich schönen Abschnitte überwiegen die Industrieanlagen, so dass die Aussichten vom Schiff durchaus beschaulich sind.

 

Das Tor zur Provence bildet für die A-Rosa Luna die Schleuse Bollène. Das Schiff „versinkt“ erst in der Schleuse, um danach über 20 Meter tiefer wieder entlassen zu werden. Diese Schleusungen waren für die Mitreisenden technisch interessante Abwechslungen, zumal auch die Kapitäne für’s Fachsimpeln ansprechbar waren. Während der Rhône Route Classique passiert die A-Rosa Luna 15 Schleusen.

Am Abend lockt die Altstadt Avignons mit romantischer Beleuchtung. Der Papstpalast und die prachtvollen Stadtpalais sind angestrahlt. Da A-Rosa Luna auch hier wieder am Quai direkt vor der Stadtmauer festgemacht hat, startet der Stadtspaziergang „Avignon bei Nacht“ direkt am Schiff. Wir gehen ins Gerberviertel, wo es im Juli während Frankreichs berühmtesten Theaterfestival besonders lebhaft zugeht.

Entlang des Flüsschens Sorgue verläuft unter Platanen die Rue des Teinturiers mit ihren Straßencafés und Boutiquen. Mitten in Avignon ist die Atmosphäre hier dörflich. Das Restaurant „Le Synopsis“, 59 Rue des Teinturiers, bietet auf einem ruhigen Hinterhof italienische Gerichte und leckere Pizzen aus dem Holzbackofen an. Wer es teurer und französischer mag, geht im Gerberviertel ins „Numéro 75“, Rue Guillaume Puy: einem Stadtpalais aus dem 19. Jh. mit schönem Innenhof.

Nach einem Frühstück auf der A-Rosa Luna mit Blick auf Avignon hat man am nächsten Vormittag die Möglichkeit zu einem Ausflug zum berühmten Pont du Gard oder zu einem geführten Rundgang mit dem Ziel Papstpalast. Beide Angebote sind lohnenswert. Wir kennen beides und entscheiden uns für eine ungewöhnliche Tour durch die Stadt. Ein Tipp von Monika Metral, der Kreuzfahrtdirektorin.

Mit seinem Golfcartkutschiert uns Tristan, der sich humorvoll als „Gondoliere von Avignon“ bezeichnet, durch die Stadt. Mit dem kleinen Elektrogefährt kommt er durch die verwinkelsten Gassen und kommentiert seinen Weg als Einheimischer kenntnisreich.

Erster Fotostopp ist die berühmte Brücke Saint-Bénézet, die Pont d’Avignon. Über den Place Crillon führt der Weg entlang der Champs Elysées Avignons, der Rue Joseph Vernetzum Kloster St. Louis, heute ein Hotel und Restaurant. Weiter geht es über den Place du Corps Saint mit der Kirche Des Célestins zu den Halles von Avignon, einem großen, überdachten Markt.

Über den Place de l’Horloge kommen wir zum Papstpalast vorbei am ehemaligen Gebäude der Banque de France, im Jahr 2016 zum „Carré du Palais“ umgebaut, einem Zentrum für Côtes-du-Rhône Weine. Es beherbergt eine Weinschule, eine Weinbar, ein Hotel, Restaurant und Geschäft. Vorbei an dem größten gotischen Sakralbau, dem Papstpalast, Europas geht es zurück zu A-Rosa Luna. Es ist das erste Jahr, dass Tristan diese Touren anbietet. Wir sind begeistert von seiner Stadtführung…

Nach dem Vormittag in Avignon erreicht die A-Rosa Luna am frühen Nachmittag des 3. Tages Arles. Sie fährt auf der Grand Rhône direkt an das Stadtzentrum heran.

 

Von hier aus gibt es mehrere Erlebnisoptionen: Wer die Camargue und ihre beeindruckende Natur erleben möchte, nimmt an den Ausflügen teil. Einige Passagiere bleiben vor Ort und geben sich dem Charme dieser Stadt hin, dem schon Vincent van Gogh erlegen ist. Liebhaber romanischer Kultur kommen hier voll auf ihre Kosten. Die klassischen Baudenkmäler wie das Amphitheater und die Arena sind in der kompakten Stadt gut zu Fuß zu erkunden. Wir verweilen am Fuße der Arena in einem der Cafés und kaufen provenzalische Souvenirs.

Von Arles aus geht es abends zurück Richtung Norden. Die A-Rosa Luna verlässt die Provence und erreicht am 4. Tag Viviers, ein Städtchen mit einer gut erhaltenen mittelalterlichen Altstadt im Département Ardèche. Die A-Rosa Luna lädt hier zu einem Ausflug in die Schluchten der Ardèche und zu einem Lavendelproduzenten ein. Viviers selbst ist einen Stadtrundgang wert. Direkt am Anleger kann man auch Fahrräder ausleihen.

Viviers war der Lieblingsort einiger Reisender und Crewmitglieder. Hier kann man unweit des Anlegers auf der Place de la Roubine jeden Dienstagvormittag einen original südfranzösischen Wochenmarkt erleben. Wir treffen bei unserem Besuch einige andere Passagiere, die sich von der südfranzösischen Marktatmosphäre bezaubern lassen. Am biologischen Stand von David Bucher kaufen wir einen Knoblauchzopf und erhalten gleichzeitig noch die Info zu einem naturnahen Gästehaus in der Ardèche Méridionale. Da die Nougatmetropole Montélimar nicht weit ist, gibt es auch einen Stand mit zahlreichen Nougatsorten.

Beeindruckend ist die gut erhaltene Altstadt von Viviers. Durch die schmalen Gässchen der Unterstadt erklimmt man die Kirchenstadt um die Kathedrale Saint Vincent. Der 360° Rundumblick lohnt den Aufstieg auf den Kirchenberg. Es erscheint hoch, ist aber zu Fuß nur 20 Minuten von der Anlegestelle entfernt.

Zurück in Lyon führen alle geführten Ausflüge der A-Rosa Luna durch diese ehemalige Seidenstadt und heutige Gourmetmetropole. A-Rosa Luna liegt hier am Quai Rambaud auf der Saône im im ultramodernen Quartier Confluence. Ganz innovativ nehmen wir vom Anleger aus ein niedliches, autonom fahrendes Vehikel, das Navly von Keolis, das mit 15 km/h im Quartier verkehrt.

Für Freunde des guten Essens lohnt sich im Stadtzentrum an der Place Bellecour der Besuch von „In Cuisine“, einem Eldorado für Kochfans, spezialisiert auf Kochbücher mit Bistrot und Kochschule. Es gibt auch eine englischsprachige Abteilung. Um die Ecke auf der Rue du besuche ich „Raconte moi la terre“, eine gemütliche Buchhandlung für Reiseliteratur mit Schönem aus aller Welt und kleinem Café. Hier decke ich mich mit exotischen Gewürzen ein.

Die beiden letzten Etappen unserer Flusskreuzfahrt führen durch das südliche Burgund.

In Chalon-sur-Saône nimmt meine Reisebegleitung an dem geführten Fahrradausflug der A-Rosa Luna entlang des Canal du Centre teil. Die 40 km lange Tour auf dem Chemin Vert ist mit dem  Citybike der A-Rosa Luna gut zu bewältigen. So lernt man bei sportlicher Betätigung Chalon und die Umgebung kennen. Ein Mitradler hatte fast alle Radausflüge der Rhône Route Classique mitgemacht und war von diesem Angebot begeistert.

Von Mâcon aus bietet A-Rosa Ausflüge nach Cluny und ins Beaujolais an.

In Cluny wurde für mich die Geschichte lebendig. Auch wenn nur noch Fragmente der ehemaligen Klosteranlag zu besichtigen sind, vermittelt das Museum und die Stadt doch einen guten Eindruck von dem ehemaligen Ausmaß. Ich verweile im großen Querschiff, das einen Eindruck von der enormen Gewölbehöhe von Cluny III vermittelt.

Mein Lieblingsplatz ist der ehemals romanische Kreuzgang mit seiner erhabenen Symmetrie. Mitreisende bummeln noch durch die schönen Nebenstraßen.

Je nach Interessen und Vorkenntnissen kann jeder auf der Rhône Route Classique die Landschaft, Kultur und Lebensweise Südfrankreichs ein Stück weit kennen lernen. Ich konnte auf dieser Reise viele neue Eindrücke von Südfrankreich gewinnen und schaue auf interessante Begegnungen zurück.

Die Ausflüge zu den touristischen Hotspots sind durch die Reiseleitung informativ. Bei den individuellen Landgängen lernt man die südfranzösischen Städte aus der eigenen Perspektive kennen. Die Kreuzfahrtdirektorin Monika Metral gibt Tipps dazu.

Die eindrücklichen Erinerrungen bleiben umso mehr, weil man nach den Entdeckungen wieder in sein komfortables zuhause auf Zeit zurückkehrt und das Erlebte in entspannter Atmosphäre Revue passieren lässt.  A-Rosa Luna und ihr Team bringen den Reisenden währenddessen schon wieder zu einem neuen Ziel. Das alles machte den Städtetrip auf der A-Rosa Luna in Südfrankreich sehr entspannt und interessant.

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