Südfrankreichs Wein mit MS Bellefleur entdecken

14. April 2016

MS Bellefleur wird uns in den nächsten Tagen Südfrankreichs Wein und seine weltbekannten Anbaugebiete näher bringen, vom Burgund bis ins Languedoc-Roussillon. Wer diese Namen hört, denkt an Weltklasseweine der Côte-d’Or, an die Côtes du Rhône und Beaujolais. Die Flusskreuzfahrt mit der MS Bellefleur auf der Saône und Rhône verspricht eine Genussreise zu Südfrankreichs Wein zu werden.

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Zunächst geht es von Lyon aus die Saône hinauf bis nach Mâcon. Unser erster Landausflug führt uns ins Maconnais. An einem sonnigen Vormittag durchqueren wir das südliche Burgund und sein Weißweingebiet, das Mâconnais. Rebstöcke von Chardonnay säumen den Weg. Keine großen Flächen, sondern übersichtliche, gepflegte Clos, typisch für’s Burgund. Und auch wenn hier noch nicht der Pinot Noir für die begehrten Spitzenweine reift, lohnt es sich, die guten Weißen zu dégustieren. Ein Geheimtipp für Südfrankreichs Wein ist das Château de Pierreclos, nur 14 km von Mâcon entfernt, traumhaft schön auf einer Anhöhe inmitten von Weinbergen gelegen. Seit 2008 kümmern sich die Besitzer Anne-Françoise und Jean-Marie Pidault um den Weinbau. Sie produzieren auf ökologischer Basis. Die Weinprobe im Chais, dem Weinkeller des Schlosses ist atmosphärisch und lehrreich.

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Im Château de Pierreclos degustiere ich den Chardonnay „Mâcon Pierreclos 2015“, gefolgt von einen rebsortenreinen Aligoté-Wein mit einem Bouquet von Vanillearomen. Die weiße Aligoté-Traube ist außerhalb Frankreichs weniger bekannt. Sie ist aber Bestandteil des hervorragenden Crêmant de Bourgogne. Darauf folgt einer meiner Lieblingsweine, ein Poully Fuissé von 2014. Ein Bourgogne rouge von 2013 rundet die Dégustation ab. Die präsentierten Liköre aus Cassis und Aligoté und der Brand aus Traubenmost dort sind mir zu süß, aber wohlschmeckend. Durchaus eine Bereicherung für Küche und Bar, beispielsweise zum Dessert und eine schöne Ergänzung zu Südfrankreichs Wein.

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Weiter geht es die Saône hinauf ins Burgund. Unser nördlichster Anleger, Chalon-sur-Saône ist ein trefflicher Ausgangspunkt zur Entdeckung der guten Roten der Weltklasselagen südlich von Dijon. Sonntagmorgens gibt es in der Stadt einen schönen Obst- und Gemüsemarkt, auf dem sich auch die Einheimischen verproviantieren. Man trifft sich in den umliegenden Bistrots und Straßencafés auf ein Schwätzchen. Als Tourist können sie hier Südfrankreichs Wein im typisch französischem Lokalcolorit zum Apéritif probieren, zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis.

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In Chalon kann man einen Mietwagen nehmen und sich ganz individuell zur Côte d’Or aufmachen. Bis nach Beaune sind es auf kleinen Departementalstraßen, die mitten durch die Weinberge führen, knapp eine Stunde. Auf dem Weg kommt man an den Perlen Südfrankreichs Wein vorbei, wie Pommard, Volnay oder Meursault und Montrachet. Nicht zu vergessen Aloxe-Corton kurz hinter Beaune. Wer über die Côte-de-Beaune hinaus Richtung Dijon weiterfährt in die Côtes-de-Nuits, befindet sich im Gebiet der weltberühmten Grand Crus wie Chambertin, Vougeot, Nuits-St. Georges, Musigny und allen voran Romanée-Conti. Die hier genannten exklusiven Lagen von Pinot Noir liegen an sonnigen Hängen. Von Dijon zurück geht es über die Autobahn in einer Stunde zurück an Bord. Die MS Bellefleur bietet diesen Ausflug nicht an, sondern nur eine Tour nach Dijon. Bis zum Ablegen am frühen Nachmittag bleibt mit dem Mietwagen aber individuell durchaus Zeit, einen kleinen Eindruck dieses Weltklassegebiets zu bekommen.

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Auf MS Bellefleur bietet die Weinkarte auch einige ordentliche Weine aus den durchquerten Anbaugebieten. Sie lassen beim Speisen auf dem Schiff das Erlebte nachspüren. Zusammen mit der guten Küche der MS Bellefleur und dem aufmerksamen Service machen sie die Flusskreuzfahrt zu einer Genussreise, in der auch französische Spezialitäten auf den Tisch kommen.

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In Lyon mündet die Saône in die Rhône. Die Stadt liegt zentral an drei bedeutenden Weinregionen Frankreichs. So führt der Landausflug von Lyon aus ins Beaujolais. Lange Reihen der knorrigen Rebstöcke des Gamay bedecken die Landschaft. Es war interessant für mich, schon beim Anbau die Unterschiede der Rebsorten zu erkennen. Für die Ortsansässigen ist das selbstverständlich. Anders als im Burgund gibt es im Beaujolais nur eine Grand Cru Lage. Mehrere Premiers Crus und viele ordentliche Beaujolais Villages sowie die einfacheren Beaujolais bereichern die reiche Palette von Südfrankreichs Wein. Für mich interessant ist die Verkostung eines Beaujolais blanc und rosé beim Winzer Jean-Jacques Paire in Ternand. Den Beaujolais kannte ich bisher nur als Roten. Der Rosé ist fruchtig und überzeugt, der Weiße ist leider eher blaß. Ein kräftiger Beaujolais Villages rundet die Weinprobe ab.

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Unterhalb von Lyon, wenn man die Industrielandschaft hinter sich gelassen hat, begrüßen einen die Weinhänge der Côtes du Rhône. Gut vorstellbar wird da, dass an den sonnigen Steilhängen die Trauben für weltbekannte Rote reifen. Es gibt viele gute Lagen an der Rhône, die vom Schiff aus auch wegen ihrer Beschilderung erkannt werden können. Stellenweise hat die Rhône Mittelrheincharakter. Wir passieren Tain l’Hermitage. Hier werden zwei berühmte Côtes du Rhône mit spezifischem AOC-Label angebaut. „Hermitage“ und „Crozes-Hermitage“, Assemblages aus Syrah, Masanne und Roussane. Kurz vor Avignon passieren wir Châteauneuf du Pape. Bei schönem Wetter an Deck diese Weinberge an sich vorbeiziehen zu lassen und dabei selbst einen guten Tropfen Südfrankreichs Wein zu schlürfen, ist ein nicht alltäglicher Genuss.

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Die Weine der Rhône werden oft insgesamt unter Côtes-du-Rhône gehandelt. Tatsächlich teilt sich das Rhônetal bezüglich seiner Weine in den nördlichen und südlichen Teil. Die berühmtesten im Norden sind Hermitage und Côte-Rôtie. Im Süden ist es Châteauneuf-du-Pape. Syrah ist die vorrangige Traube im Norden. Im Süden gibt es gewöhnlich Assemblages aus mehreren Rebsorten, wenngleich Mourvèdre und Grenache dominieren. Seit langem haben die Rhône-Weine an Renomee gewonnen und verkaufen sich oft teurer und schneller als gute Bordeaux.

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Von Avignon aus durchqueren wir bei unserem Landausflug zum Pont du Gard die Region Languedoc-Roussillon, heute zur Occitanie zusamenngeschlossen. Es ist quantitativ das größte Weinanbaugebiet Frankreichs, aber auch die Qualität hat sich in den letzten Jahren deutlich gesteigert. Es sind Rosé-, Weiß- und Rotweine und meist Assemblages verschiedener Rebsorten.

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Wir besuchen den schönen Ort Uzès. Unter Platanen auf dem typisch südfranzösischen Place des Herbes schmeckt uns der Apéritif besonders gut. Savoir vivre à la française. Die Weine aus der Duché Uzès wurden 2012 zu AOC erklärt.

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Ich habe die Route der Flusskreuzfahrt der MS Bellefleur als äußerst vielseitig erlebt, weil sie durch unterschiedliche und allesamt bedeutende Regionen Südfrankreichs führt. Ich habe mehrere der bedeutendsten Weinregionen Frankreichs kennengelernt. Gerade auf einer Durchreise werden die Unterschiede und spezifischen Qualitäten der Lagen deutlich. Ich verstehe jetzt ein wenig besser die Besonderheiten der verschiedenen Weine. Zumal wir sie bei Weinproben auch geschmacklich testen konnten. Hinzu kommen sinnliche Erlebnisse wie Lavendel, Trüffel und Olivenöl, unter südfranzösischer Sonne gekostet. Was braucht der Mensch mehr zum Glücklichsein. A votre santé!

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