Tahiti, von Bergen und Meer

1. September 2011

Als wir die größte der polynesischen Inseln erreichen bricht die Sonne langsam über den Gipfeln hinter der Hauptstadt Papeete hervor. Die quirlige Metropole ist die Hauptstadt Tahitis und ein wichtiges wirtschaftliches Zentrum. Auf dem Flughafen landen Flugzeuge aus aller Welt, im Hafen werden Container für alle anderen Inseln Polynesiens verladen. Zum ersten Mal nach Wochen erleben wir wieder dichten Verkehr, rasende Autos und Verkehrsstaus. Papeete pulsiert. Viele Menschen von den Nachbarinseln pendeln täglich mit der Fähre um ihrer Arbeit in Papeete nachzugehen. Hier gibt es jede Menge Geschäfte, Restaurants und Touristenshops.

Den Kontrast erleben wir auf einer Jeep Tour in die Bergwelt Tahitis. Hier erleben wir die ursprüngliche, reine Landschaft im Naturpark Faatori. Der offene Geländewagen rattert durch Schlaglöcher und über Huckelpisten immer weiter in das grüne Herz der Insel. Wolken sammeln sich vor den grünen Spitzen des ehemaligen Vulkankraters im Papeeno-Tal. Er funktioniert wie ein Regenauffangbecken. Immer mehr Wolkenberge bleiben an der Bergen hängen und regnen sich schließlich aus.

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Die Tropfen prasseln auf das Dach unseres Fahrzeugs, kleine Rinnsale suchen sich ihren Weg auf unsere Sitze. Die Sicht ist durch die Tropfen in der Luft verschleiert, der rot-braune Boden verwandelt sich in Matsch. Doch es ist genau diese Feuchtigkeit, die die Pflanzen hier so üppig gedeihen lässt. Hier wuchern Farne, Bambus, Palmen oder Hibiskus. Auf unsere Tour eröffnen sich immer wieder spektakuläre Bergpanoramen. Zuerst neblig mysteriös, dann strahlend saftig, als sich die Regenwolken verzogen haben. Besonders beeindruckend sind die Wasserfälle, die sich ihre Wege von den Berggipfeln in die Täler bahnen, um zu riesigen Flüssen anzuschwellen. Immer wieder schießen irgendwo Wassermassen von den Hängen hinab. An einer bewachsenen Felswand sind es sogar gut ein Dutzend auf einmal.

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Bambus. Der Riesenbambus bildet einen regelrechten Wald. Er gehört zur Familie der Gräser. Der Bambus ist das größte Gras der Welt und wird bis zu 30 Meter hoch. An günstigen Tagen wächst er bis zu 50 cm, das ist das schnellste Wachstum aller Pflanzen. Bambus liefert Material für den Bau von Häusern, Brücken, Gerüsten, Häusern, Möbel, Ess- und Trinkgefäße, Papier, oder Musikinstrumente.

Auf unserer Rückfahrt erleben wir die Folgen des Regengusses. Der Marama Nui Staudamm, auf dem wir auf der Hinfahrt einen Fotostopp eingelegt hatten, ist nun von strömenden Wassermassen überzogen. Unser Jeep prescht durch das reißende Wasser, so dass es an den Seiten nur so spritzt. Wir sehen Mitreisende, die sich mit kleinen Mitwagen auf die Piste gewagt haben, die diese Strecke nicht mehr passieren können, und somit das Inselinnere gar nicht erst erleben dürfen.

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Wir machen einen letzten Halt an der Küste und bestaunen das Arahoho-Blasloch. Hier schlägt das Meer mit aller Wucht gegen die Lava- und Basaltklippen. Über Jahrtausende hat das Wasser den Stein ausgehöhlt und Löcher entstehen lassen. Wenn jetzt nun die See mit voller Kraft auf das Land trifft, drückt die die Luft durch das Blasloch und einen tutendes Geräusch entsteht. Das Naturschauspiel kann man von einer kleinen Besucherterrasse neben der Küstenstraße bewundern.

Wir lassen den Tag auf Tahiti am Hafen ausklingen. Abends bauen Einheimische viele kleine mobile Garküchen direkt am Kreuzfahrtterminal auf. Chinesen braten Nudel und Bäcker ihre Crepes. Von hier aus sehen wir einen traumhaften Südsee-Sonnenuntergang über der Nachbarinsel Moorea.

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Tahiti. Tahiti besteht im Grunde genommen aus zwei Inseln, der großen Insel Tahiti Nui und der kleinen Tahiti Iti. Die Küstenstraße der großen Insel ist 120 Kilometer lang, die Küstenstraße der kleinen Insel ist 20 Kilometer lang. Für die europäische Welt wurde Tahiti 1767 von einem britischen Erkundungsschiff entdeckt und ein paar Monate später von Franzosen annektiert. Im 19 Jahrhundert ließ sich der König bekehren, 1842 traten vier Häuptlinge die Insel als Protektorat an Frankreich ab. 1880 wurde die Insel französische Kolonie. Ab 1865 kamen immer mehr Chinesen nach Tahiti, um auf Baumwollplantagen zu arbeiten. So bleibt auch heute noch ein großer chinesischer Einfluss, zu erkennen zum Beispiel daran, dass es chinesische Tempel gibt und viele Chinesen eigene Häuser auf Tahiti haben. Im Ersten Weltkrieg schossen deutsche Kriegsschiffe auf die Hauptstadt Papeete. 1959 wurde ganz Französisch-Polynesien Überseeterritorium mit beschränkter Selbstverwaltung, 1984 erhielten die Insel Autonomie, die 2004 erneut bestätigt wurde.

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Weiter geht es mit der Trauminsel Moorea.
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