Verletzt an Bord

30. August 2011
An Deck von MS Astor

Thomas’ Logbuch: Der Tag beginnt morgens für mich damit, dass ich mir Sorgen mache. Wie hat Katharina die Nacht überstanden, ist der Knöchel besser oder schlechter? Kann sie besser laufen oder hat sie größere Schmerzen? Dies könnte unsere gesamte Reise beeinflussen. Ich möchte natürlich nicht bei unserem nächsten Stopp Acapulco ins Krankenhaus rennen. Zum Glück ist schon mal nichts gebrochen. Jetzt müssen wir abwarten, dass die Schwellung zurückgeht und hoffen, dass keine Sehne gerissen oder angerissen ist. Erst wenn die Schwellung zurückgegangen ist, könnte man per Ultraschall feststellen, ob alles wirklich in Ordnung ist. Direkt am Morgen aber erstmal Entwarnung: Sie sagt, dass es zwar noch schmerzt, aber besser ist als am Abend zuvor. Aufatmen. Dann kann es für uns zum Frühstück gehen. Ein langer beschwerlicher Weg.

Zu zweit humpeln wir den Gang entlang, weil unsere Kabine im vorderen Teil des Schiffes liegt, aber das Restaurant im hinteren. Immer wieder sprechen uns Passagiere an, wie es denn geht oder was passiert sei – je nach dem, ob sie es schon gehört haben oder nicht. Wir sind immer noch begeistert von der Hilfsbereitschaft der Ausflugsteilnehmer und auch von den anderen Passagieren an Bord. Dabei waren wir nicht die einzigen, die Blessuren mitgebracht haben: Der eigentlich sehr schöne Ausflug am Vortrag hat seine Opfer gefordert. Es waren noch drei weitere Leute gestürzt oder gestolpert, haben blaue Flecken oder andere leichte Blessuren. Wir fallen jetzt natürlich nicht nur auf wie bunte Hunde, sondern wie bunte Hunde mit Gehbehinderung. Und man möchte ja auch nicht jedem dieselbe Geschichte erzählen. Aber wir freuen uns über die Anteilnahme der Mitmenschen. Positiv für beide von uns ist, dass das Laufen immer besser geht und die Schmerzen nicht stärker werden. Wir haben Hoffnung, dass wir sogar den nächsten geplanten Ausflug zu zweit machen können.

Wir haben den heutigen Seetag Zeit zum Ausruhen und Auskurieren, dann darauf den ersten Tag in Acapulco, wo einige Gäste abreisen. Erst übermorgen haben wir für Acapulco einen Ausflug gebucht. An diesem Tag steigen auch neue Passagiere zu. Für Thomas bedeutet dieser Tag: Deutlich mehr laufen (Sachen von der Kabine holen, doppelt zum Buffet gehen…) und deutlich mehr Tragen (Essen, Katharina…). Aber immer häufiger kann sie auch gestützt selber ein paar Schritte machen, bei denen das Bein nicht allzu sehr belastet wird. Unbekannt ist das Problem eine verdrehten Knöchels nicht, wie hören sofort einige Geschichten von ehemaligen Leidensgenossen. Egal wen wir auf dem Schiff treffen, alle bedauern Katharina und wünschen viel Glück und gute Besserung. Die Passagiere kennen sich schließlich nun schon seit Wochen und haben eine Gemeinschaft gebildet. Wir hoffen auch, dass es nur noch bergauf geht. Am Abend will Katharina sogar freiwillig ein wenig ohne Stütze laufen. Es funktioniert! Super. Also sollte es doch nichts ganz Schlimmes sein. Nach und nach kann sie besser selber laufen, zwar noch sichtbar humpelnd, aber es geht.

Schafft Katharina es, morgen durch Acapulco zu laufen?

Alle Videos von unserer Weltreise mit MS Astor findet ihr im ReiseWorld Youtube-Kanal.
Direkt zum ersten Artikel unserer Weltreise mit MS Astor geht es hier.

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

Keine Kommentare

Hinterlassen Sie eine Nachricht

Solve : *
2 + 28 =


Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir zur Optimierung Ihres Lesegenusses Cookies verwenden. mehr

Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir zur Optimierung Ihres Lesegenusses Cookies verwenden. Aus rechtlichen Gründen müssen wir Sie an dieser Stelle darauf hinweisen. Mehr Details gibt es auch in unseren Datenschutzbestimmungen, verlinkt im Impressum.

Close