Weiter Ausschau halten, Seetag, Golf von Aden, 110. Tag

8. Oktober 2011
Der Golf von Aden: berüchtigt aber wunderschön
Der Golf von Aden: berüchtigt aber wunderschön

Der Golf von Aden: berüchtigt aber wunderschön

Die Piraten lassen auf sich warten und es wird langsam langweilig, Ausschau nach kleinen Booten zu halten. Heute Morgen gab es ein paar Fischerboote neben dem Schiff, aber das waren tatsächlich Fischer. Also beschäftigen wir uns an Bord und nutzen das üppige Kursprogramm, das man als Anti-Piraten-Maßnahme zusammengestellt hat. Katharina lernt, wie man sich beim Essen zu benehmen hat und Thomas poliert seine Französischkenntnisse auf.


Katharinas Logbuch: Eine Lektorin hat ins Waldorf Restaurant geladen, sie will uns in de Kunst des guten Benehmens einweihen. Gourmet-Knigge ist das Thema ihrer heutigen Übung. Also sitzen rund 50 Kreuzfahrer im Restaurant nicht zum Essen, sondern um sich Besteck und Geschirr genauer anzusehen. Beim Besteck geht man von außen nach innen vor, das Brot wird gebrochen und nicht abgebissen und das Besteck darf nicht mehr das Tischtuch berühren, wenn es einmal benutzt wurde. Die richtige Sitzhaltung zu Tisch erkennen wir fortan daran, das zwischen Rücken und Lehne nicht mehr als eine Maus passt, auf dem Schoß eine Katze aber bequem Platz findet. So machen wir noch ein paar Trockenübungen und stellen uns vor, wir äßen Suppe, Fisch und Sauerbraten mit Klößen. Auch ein theoretischer Hummer kommt bei uns auf den Tisch. Wir alle nehmen uns vor, demnächst die neu entdeckte Etikette bei Tisch peinlichst genau zu beachten. Mal schauen, wie lange wir das durchhalten.

Thomas Logbuch: So eine Kreuzfahrt ist, gerade wenn sie zwei Wochen oder (deutlich) länger dauert, optimal dazu, seine Sprachkenntnisse zu verbessern. So habe ich mit Spanisch angefangen, bin immer noch dabei, Russisch zu lernen (im Kurs und auf dem Flur mit Kabinenstewardessen), Türkisch (mit Restaurantkellnern) und nun auch Französisch. Ein Ehepaar, das neu an Bord ist, übernimmt einen Französisch-Einsteigerkurs. Die Sprachkurse wechseln sich immer ab, und man kann dank der Internationalität des Schiffes wie beschrieben auch zwischendurch alle möglichen Sprachen lernen. Heute im Französischkurs ist nichts Neues für mich dabei, da ich beim Französisch abgesehen von Englisch die meisten Kenntnisse habe. Aber es ist nie verkehrt, auch die einfachen Dinge zu wiederholen. Und das ermutigt mich auch, bei den mir unbekannten Sprachen weiterzumachen. Denn wenn ich sehe, wie gut ich vergleichsweise zu anderen Passagieren Französisch beherrsche, dann weiß ich, dass ich auch bei Türkisch und Russisch mit viel Übung es mal weiter bringen könnte.

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